Krisen
25. März 2021
·
1 Minuten Lesezeit

Worauf Sie bei der Elternberatung nach § 95 achten sollten

Ein Beitrag von:
Dagmar Bojdunyk-Rack
Dagmar Bojdunyk-Rack
Artikelinfo:

Nach § 95 Abs. 1a AußStrG müssen sich beide Elternteile vor einvernehmlichen Scheidungen verpflichtend darüber informieren, was ihre Trennung für ein Kind bedeuten kann. Warum Beratung sinnvoll ist und worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Anbieter auswählen, haben wir für Sie zusammengefasst.

Auch wenn Eltern sich einvernehmlich scheiden lassen, bleiben die Bedürfnisse ihrer Kinder oft ungesehen. Selbst dann, wenn ihre Eltern noch gut miteinander reden können. Das liegt einerseits an der Ausnahmesituation für die Mütter und Väter, es hat aber auch damit zu tun, dass Kinder ihre Gefühle oft anders ausdrücken als Erwachsene.

 

Diese Problematik hat auch der Gesetzgeber erkannt. Er schreibt vor, dass sich beide Elternteile vor einvernehmlichen Scheidungen verpflichtend darüber informieren müssen, was ihre Trennung für ein Kind bedeuten kann (§ 95 Außerstreitgesetz). Diese Beratung können Eltern gemeinsam oder einzeln besuchen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass mehrere Elternteile/-paare eine derartige Beratung gemeinsam in Anspruch nehmen.

 

Um die Beratung zielführend durchführen zu können, wurden klare methodische und inhaltliche Qualitätsstandards erarbeitet.

Eine Liste der anerkannten Berater*innen finden Sie hier:

Wie finde ich einen passenden Anbieter?

Bei der Suche nach einer Organisation oder eine Person, sollte das Augenmerk darauf liegen, dass diese viel Erfahrung in der direkten Begleitung der Kinder und Jugendlichen in Trennungs- situationen haben. Die von den Buben und Mädchen selbst wissen, welche Gefühle überhand nehmen, wenn Kinder mit der Trennung ihrer Eltern konfrontiert werden. Die durch viel Erfahrung ein feines Gespür dafür entwickelt haben, wie Kinder in ihrem Trennungsschmerz unterstützt werden können. Und die auch wissen, was für Folgen es haben kann, wenn die Kinder in ihrem Schmerz, ihren Zweifeln und in ihrer Unsicherheit allein gelassen werden und die aufgrund ihres Erfahrungsschatzes auch kompetent auf individuelle Fragen reagieren können. 

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Das Angebot von Rainbows

RAINBOWS ist seit nunmehr 30 Jahren in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen bei Trennung/Scheidung tätig und bietet von Beginn auch diese Beratungen nach § 95 an. Im Zentrum stehen dabei die Reaktionen der Kinder und die Möglichkeiten, sie bei der Bewältigung der neuen Situation zu unterstützen.

 

"Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr" … und das besonders, wenn man kein Paar mehr ist. Eltern lieben ihre Kinder und wollen nur das Beste für sie – ob sie zusammen sind oder getrennt. Eltern sind Expert*innen für ihr Kind, keiner kennt es besser.

 

Patentrezepte und fertige Lösungen für Trennungen gibt es nicht. Aber wir können wir Ihnen einen Überblick geben, worum es in Beratungen bei Rainbows gehen wird:

  • Wir vermitteln den Eltern, wie es Kindern in unterschiedlichem Alter nach einer Trennung geht, wie ihre Reaktionen sein können, wie die Eltern ihnen helfen können und worauf sie achten sollen.

  • Wir sensibilisieren Eltern dafür, dass eine Beruhigung der Konflikte sowie der Kontakt zu beiden Eltern notwendige Voraussetzungen für die Bewältigung der Trennung sind.

  • Überlegungen zum Betreuungsmodell: das Betreuungsmodell soll vorrangig den Bedürfnissen der Kinder entgegenkommen, aber auch die Anliegen der Eltern berücksichtigen.

  • Eltern in ihrer elterlichen Kompetenz und der gemeinsamen elterlichen Verantwortung zu stärken.

  • Eltern zu vermitteln, dass auch Scheidungskinder glücklich sein können und in den allermeisten Fällen zu zufriedenen und leistungsfähigen Erwachsenen heranwachsen. Sicher ist auch, dass Kinder mehr darunter leiden, wenn ihre Eltern zusammen bleiben, aber Streit und Konflikte den Alltag beherrschen. Auch für ein Kind kann die Trennung der Eltern die bessere Alternative sein.

  • Eltern durch Information entlasten und das Verständnis dafür stärken, dass sie sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, in der nicht immer alle Anregungen sofort umgesetzt werden können.

  • Eltern auch zu vermitteln, dass sie gut für sich sorgen sollen. Dass mit Humor, Toleranz und Gelassenheit sich selbst, dem/der Ex-Partner*in und dem Kind gegenüber vieles einfacher wird. Ihnen stärkend klar zu machen, dass sie Hilfe annehmen sollen, wo und wann immer sie diese bekommen. Aber auch zu zeigen, dass es manchmal notwendig sein wird, die eigenen Bedürfnisse hinter die Bedürfnisse des Kindes zu stellen.

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