Papamonat
Eltern sein
13. Nov. 2025
·
4 Minuten Lesezeit

Der Papamonat: Wichtige Infos, Rechte und Tipps

Geschrieben von:
Eva-Maria Meidl
Eva-Maria Meidl
Artikelinfo:

Der Papamonat bietet Vätern seit 2019 einen Rechtsanspruch darauf, die erste Zeit als Familie aktiv mitzugestalten um von Anfang an eine gute Bindung zum Kind aufbauen zu können. Welche Fristen und Regelungen dabei beachtet werden müssen, hat unsere Gastautorin Eva-Maria Meidl in diesem Artikel zusammengefasst.

Der Papamonat als wertvolle Familienzeit

Die Geburt eines Kindes ist ein prägendes Erlebnis – nicht nur für die Mutter, sondern auch für den Vater. Doch während die Mutter durch den Mutterschutz automatisch eine erste gemeinsame Zeit mit dem Baby verbringt, mussten Väter lange auf freiwilliges Entgegenkommen ihres Arbeitgebers hoffen, um sich in den ersten Wochen intensiv um ihr Kind kümmern zu können.

Genau hier setzt der Papamonat an: Seit 2019 haben berufstätige Väter in Österreich einen Rechtsanspruch darauf, bis zu einem Monat von der Arbeit freigestellt zu werden. Eine wichtige Möglichkeit, die viele Väter nutzen – doch was sollte man dabei beachten?

Was muss ich tun, um den Papamonat in Anspruch zu nehmen?

Ganz so spontan, wie man es sich vielleicht wünschen würde, ist der Papamonat nicht.
Folgende Fristen müssen eingehalten werden: 
  • Drei Monate vor dem errechneten Geburtstermin muss der Arbeitgeber über den geplanten Antritt informiert werden.
  • Nach der Geburt bleibt dann eine Woche Zeit, um das genaue Datum zu fixieren. Eine Ausnahme gibt es für Frühgeburten – hier entfällt die Ankündigungsfrist.
  • Ein weiteres wichtiges Kriterium: Der Vater muss mit dem Kind im selben Haushalt leben

Wer sich also direkt nach der Geburt intensiv einbringen möchte, sollte diese Voraussetzung im Blick behalten.

Kugelschreiber Formular

Bekomme ich während des Papamonats Gehalt?

Anders als bei der Mutterschutzfrist gibt es während des Papamonats keinen Anspruch auf Gehaltszahlung durch den Arbeitgeber.

Stattdessen gibt es eine finanzielle Unterstützung durch den Staat: den FamilienzeitbonusSeit 2023 wird der Familienzeitbonus nicht mehr vom späteren Kinderbetreuungsgeld des Vaters abgezogen.

Fürs Jahr 2025 beträgt der Familienzeitbonus 54,87 Euro pro Tag und kann für 28 bis 31 Tage beantragt werden. Wichtig ist, dass der gesamte Zeitraum innerhalb von 91 Tagen nach der Geburt liegt – wer zu lange wartet, verliert den Anspruch.

Schutz vor Kündigung? Ja, aber begrenzt!

Ein großes Thema für viele Väter ist die berufliche Sicherheit. Hier gibt es gute Nachrichten: Wer den Papamonat anmeldet, genießt Kündigungs- und Entlassungsschutz – allerdings nicht unbegrenzt. Dieser beginnt frühestens vier Monate vor dem errechneten Geburtstermin und endet vier Wochen nach dem Papamonat. Danach ist der Arbeitgeber wieder frei in seinen Entscheidungen.

Papamonat oder Karenz – was ist der Unterschied?

Oft wird der Papamonat mit der Väterkarenz verwechselt.

Der Unterschied liegt vor allem im Zeitpunkt und der Dauer: Während der Papamonat direkt nach der Geburt genommen wird, kann die Väterkarenz bis zum zweiten Geburtstag des Kindes beantragt werden.

Während der Karenz gibt es zudem Kinderbetreuungsgeld, während im Papamonat der Familienzeitbonus bezogen wird.

Handhalten

Ein wichtiger Schritt für Väter und Familien

Der Papamonat ist ein wertvolles Instrument, um Vätern die Möglichkeit zu geben, von Anfang an eine enge Bindung zu ihrem Kind aufzubauen – ohne auf den guten Willen des Arbeitgebers angewiesen zu sein.

Die ersten Wochen nach der Geburt sind herausfordernd, intensiv und emotional  für die gesamte Familie. Umso wichtiger ist es, dass Väter die Zeit bewusst nutzen können, um zu unterstützen, zu erleben und das neue Familienleben mitzugestalten.
 
Denn eines ist sicher: Ein guter Start ins Familienleben braucht Zeit  und die sollte nicht nur Müttern vorbehalten sein.

Unsere neuesten Artikel

Schule & Lernen

Wenn Kinder in der Schule unfair behandelt werden

Wenn Eltern den Eindruck haben, dass ihr Kind von Lehrkräften ungerecht behandelt wird, fühlen sie sich oft hilflos. Wie kann man dem Kind in so einer Situation am besten helfen, wie spricht man dieses Thema in der Schule so an, dass das eigene Kind nicht darunter leidet und was kann man tun, wenn man bei der Lehrperson auf Unverständnis stößt? All diesen Fragen und den Antworten darauf widmet sich der vorliegende Artikel.

Eltern sein

Vom Paar zur Familie

Jede Familie ist anders und doch durchlaufen alle Individuen ähnliche Phasen der Familienentwicklung, die Freude genauso wie Schwierigkeiten bringen. Die Umstellung vom kinderlosen Paar zur Familie ist so eine. Mehr dazu und wie lange die Anpassung dauern kann, lesen Sie hier. 

Eltern sein

Herausforderung Patchworkfamilie: Tipps für ein harmonisches Miteinander

Patchworkfamilien, also Familien, in denen mindestens ein:e Partner:in ein oder mehr Kinder mit in die Beziehung bringt, können ein wundervolles Miteinander bedeuten, bergen aber oft auch ganz eigenen Herausforderungen. Wie kann Nähe und Vertrauen entstehen, warum ist klare Kommunikation über Erwartungen und Rollenbilder so wichtig und wie lassen sich Konflikte lösen? Der vorliegende Artikel klärt auf!

Sexualität & Aufklärung

Sexualpädagogischer Unterricht: Warum Aufklärung auch im Schulsetting wichtig ist

Eltern sind oft verunsichert, wenn sie hören, dass in der Schule sexualpädagogischer Unterricht stattfinden soll. In diesem Artikel erklären wir, was Sexualpädagogik im Unterricht umfasst, warum es wichtig ist, in einem geschützen Rahmen Raum für Fragen zu eröffnen und wieso sexualpädagogischer Unterricht auch Eltern und die Kommunikation innerhalb der Familie stärken kann. 

Erziehung

Toxische Beziehungen bei Jugendlichen: Was Eltern tun können

Kämpft Ihr Teenager mit einer ungesunden Beziehung? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Warnsignale erkennen, behutsam eingreifen und Ihrem Kind helfen können, aus einer toxischen Bindung herauszufinden.

Erziehung

Ablösung in der Pubertät

Während es in den frühen Entwicklungsjahren darum geht, das Urvertrauen des Nachwuchses zu festigen und ihm stabile Wurzeln zu geben, ist die Frage in der Pubertät, wie man ihm zu einem gesunden Selbstvertrauen und zu Flügeln verhilft. Wie das gelingen kann, lesen Sie hier.

Hilfsangebote ABC

5 Fragen an... Papainfo

Die Papainfo unterstützt Väter auf ihrem Weg zu einer involvierten, fürsorglichen und engagierten Vaterschaft und ist Ansprechpartner für gleichstellungsorientierte Partnerschaft.

Eltern sein

Kindesunterhalt: Regeln, Pflichten und was dabei zu beachten ist

Wer ist verpflichtet, wie viel Unterhalt zu zahlen? Und wofür genau wird das Geld verwendet? Ein Überblick über die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen und praktische Hinweise in unserem Gastartikel von Eva-Maria Meidl, RA.

Erziehung

Gewaltprävention und was Kampfsport dazu beitragen kann

Kampfsport birgt das Potenzial, eine sehr wirkungsvolle Methode in der Gewaltprävention zu sein. Das Training kann helfen, Aggressionskompetenz zu lernen und eine informierte Gefahreneinschätzung zu treffen.

Schule & Lernen

Schlecht in Mathe: Was ist Dyskalkulie?

Dyskalkulie oder Rechenstörung bezeichnet eine spezifische Beeinträchtigung der Rechenfähigkeiten, die nicht durch allgemeine Intelligenzminderung oder unzureichende Bildung erklärt werden kann. Agnes Goldmann ist Dyskalkulie-Therapeutin und hat uns Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Dyskalkulie gegeben.

 

Medienerziehung

News & Trends in sozialen Netzwerken, von denen Eltern wissen sollten

Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist es Alltag, im digitalen Raum unterwegs zu sein. Wir haben bei Barbara Buchegger und Sandra Pöheim von Safer Internet nachgefragt, was sich online Neues tut und was Kinder, Jugendliche und Eltern dazu wissen sollten.

Krisen & psych. Auffälligkeiten

5 Fragen an... Gesund aus der Krise

Gesund aus der Krise bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen österreichweit kostenlose und niederschwellige psychotherapeutische oder psychologische Unterstützung bei Anliegen wie Schlaf- und Angststörungen, schulvermeidendes Verhalten, Problemen mit dem Essen, Problemen mit den Eltern, Schicksalsschlägen uvm.

Schule & Lernen

5 Fragen an... die (Vor-)Schulische Beratung

Die Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration bietet Information, Beratung und Begleitung für Eltern und Bezugspersonen von Kindern mit Behinderungen im Alter von 0 bis 15 Jahren.

Krisen & psych. Auffälligkeiten

Autismus-Spektrum-Störung: was Eltern dazu wissen sollten

Jeder (autistische) Mensch ist einzigartig. Da es sich um ein großes Spektrum handelt, ist es gar nicht so einfach zu erkennen, was mit der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) gemeint ist. Lesen Sie in diesem Artikel, welche Gemeinsamkeiten es innerhalb dieses Spektrums gibt und wie man Kinder und Jugendliche mit ASS unterstützen kann.

Erziehung

Nachgefragt: Nora Imlau zum Thema "Grenzen setzen"

Warum brauchen Kinder Grenzen? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt uns in diesem Interview Nora Imlau, Bestseller-Autorin mehrerer Erziehungsratgeber zum Thema bindungsorientierte Erziehung.

Erziehung

Gefahr durch Fremde am Schulweg

Dass Kinder ihren Schulweg alleine bewältigen, ist wichtig und sinnvoll. Doch wie kann man den Nachwuchs vor möglichen Gefahrensituationen schützen?

Erziehung

Wie können Eltern Grenzen setzen?

Streit und Machtkämpfe stehen in Ihrer Familie an der Tagesordnung? In diesem Artikel wollen wir die Möglichkeit beleuchten, mit solchen Problemen umzugehen, indem Grenzen, Freiräume und Konsequenzen mit einer liebevollen und gleichzeitig bestimmten Haltung ausgehandelt werden.

Sexualität & Aufklärung

Erste Beziehung: Mein Kind will beim Freund:in übernachten

Die Frage, beim Freund oder der Freundin übernachten zu wollen, kommt in den meisten Fällen gefühlsmäßig früher als später. Wie Sie mit dieser Situation umgehen können, erfahren Sie hier.

Krisen & psych. Auffälligkeiten

Resilienz einfach erklärt

Das Konzept der Resilienz erklärt, warum manche Kinder eine Krise ohne bleibende Beeinträchtigungen überstehen.

Eltern sein

Die Vaterrolle: Was macht einen guten Vater aus?

Was es bedeutet, ein Vater zu sein, hat sich innerhalb weniger Generationen stark verändert. Wie können Väter gut mit ihrer "neuen" Vaterrolle umgehen, welche Probleme können sie dabei erleben?