Beziehungen
23. Juni 2021
·
5 Minuten Lesezeit

Hilfe, mein Kind hat Heimweh!

Ein Beitrag von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Artikelinfo:

Es ist normal, dass Ferienlager, Sportwochen, Projekttage etc. bei Kindern Heimweh auslösen können. Lesen Sie hier, was Eltern tun können, um ihr Kind auf den Aufenthalt weg von zuhause vorzubereiten. 

Ihr Kind wird diesen Sommer in ein Ferienlager fahren? Womöglich zum ersten Mal? Es ist normal, dass Ferienlager, Sportwochen, Projekttage bei Kindern Heimweh auslösen können. Wie können Eltern ihr Kind auf den Aufenthalt weg von zuhause vorbereiten? Und was kann man tun, um Heimweh vorzubeugen? Wir haben ein paar Tipps vorbereitet, wie Eltern ihre Kinder bei diesem Schritt in Richtung Selbstständigkeit gut unterstützen können.   

Ist Heimweh da,

ist es zunächst wichtig,

den Auslöser dafür zu finden.

Was ist Heimweh?

Heimweh ist ein unangenehm erlebtes Gefühl, das den Wunsch auslösen kann, einen fremden Ort verlassen zu wollen, um nach Hause zurück zu kehren. Auslöser für dieses Gefühl ist die Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit des Bekannten. Tagesabläufe, Regeln und Personen geben uns die Ruhe, die wir zu Hause verspüren. Durch einen Ortswechsel werden diese Routinen durchbrochen. Unruhe, Unsicherheit und Angst können die Folgen sein.

Warum bekommt ein Kind Heimweh?

Gründe für Heimweh können vieles sein, z.B.

  • Streitereien in der Gruppe.

  • Ungewohntes Essen.

  • Wenig Schlaf.

  • Neue Freunde und Bezugspersonen.

  • Die ersten Nächte in einem anderen Bett.

  • etc.

Aufenthalt angenehmer gestalten

Wenn Ihr Kind mit Heimweh mit Ihnen Kontakt aufnimmt, sollten Sie also versuchen, die Ursache gemeinsam herauszufinden. Aus den gewonnenen Informationen kann man Ansatzpunkte finden, um dem Kind das Heimweh zu nehmen. Tipps um den Streit zu schlichten, ein Ritual vor dem Schlafengehen, das erholsamen Schlaf verspricht und die Ablenkung durch die Teilnahme an vielen Aktivitäten beruhigen das Gemüt des Nachwuchses. Ermutigen Sie Ihr Kind auch dazu, sein Heimweh nicht für sich zu behalten, sondern sich jemandem anzuvertrauen. Aussprache hilft.

Kinder springen in Badesee

1. Nicht ins kalte Wasser werfen

Lassen Sie Ihren Sprössling vor der Anmeldung zu einem Ferienlager bereits bei Freunden übernachten, damit er die neue Situation schrittweise kennenlernt.

2. JA, ich will

Wenn Ihr Kind keinesfalls fahren möchte, dann sollten Sie ihn oder sie nicht wegschicken. Wählen Sie das Lager mit Ihrem Kind gemeinsam aus. Wenn möglich, können Sie den Ferienort bereits vor der Anmeldung zum Ferienlager mit Ihrem Kind besuchen.

3. "Zuhause" einpacken

Geben Sie Ihrem Nachwuchs etwas persönliches mit, um sich den Aufenthalt heimischer zu gestalten. Ein Stofftier, die Lieblingskekse und ein Tagebuch, um aufquellende Gefühle aufschreiben zu können, können gute Dienste leisten.

Kind auf der Straße unterwegs mit Polster

4. Betreuer*innen informieren

Sie vermuten bereits, dass Ihr Kind Heimweh bekommen könnte? Dann informieren Sie die Betreuungspersonen des Ferienlagers darüber. Sollte Ihr Nachwuchs das Lager als einzige Qual erleben, können diese Sie darüber informieren und Sie bitten, Ihr Kind abzuholen.

 

Äußert Ihr Kind diesen Wunsch, halten Sie Rücksprache mit den betreuenden Personen, da ein solcher Wunsch oft durch eine vorübergehende Situation ausgelöst wird und sich schon nach kurzer Zeit wieder legt.

5. Strategien besprechen

Bieten Sie Ihrem Kind nicht an, es jeder Zeit abzuholen, da dieses sich sonst womöglich nicht im Lager einleben kann und will. Achten Sie auch darauf ihre Angst, dass Ihr Nachwuchs Heimweh bekommt, nicht auf Ihr Kind zu übertragen.

 

Bereiten Sie das Kind aber darauf vor, dass es Heimweh bekommen könnte und dies ein ganz normales Gefühl ist. Im Zuge dieses Gesprächs können Sie Ihren Sprössling auch auf den Umgang mit diesem Gefühl vorbereiten und Strategien zur Ablenkung mit ihm durchgehen.

Wie sinnvoll sind Telefonate mit dem Kind?

Wenn Sie über das Telefon Kontakt zu Ihrem Kind halten, dann sollten diese Telefonate  zu fix vereinbarten Tageszeiten stattfinden. Gespräche des Kindes mit den Eltern lassen die Sehnsucht wachsen. Da Heimweh meist abends auftritt, sollte man zu dieser Tageszeit nicht miteinander telefonieren.

Haben Sie noch Fragen?

Habsen Sie noch Fragen oder wollen Sie Ihre persönliche Situation besprechen? Unsere online Video-Beratung ist für Sie da. Melden Sie sich bei uns, denn ein Gespräch bringt Entlastung.  

Sexualität

Podcast zu "Alles klar ?!" Folge 1

Willkommen beim Podcast zu "Alles klar?!" In der ersten Folge spricht Corinna Harles, die psychologische Leiterin der Rat auf Draht Elternseite mit Christine Piriwe, Beraterin bei der Rat auf Draht Notrufnummer 147 für Kinder und Jugendliche. 

Wie digitale Medien Körperbilder beeinflussen

Auf Social Media Plattformen wie z.B. Instagram begegnen Kinder und Jugendliche einer Ideal- und Kunstwelt voller Filter und Inszenierung, die sie als real oder Wahrheit wahrnehmen. Das gezeigte Leben hat einen Einfluss auf die Zufriedenheit mit sich selbst und das Selbstwertgefühl.

Sexualität
Sexualität

Pornographie online - was Sie als Eltern dazu wissen sollten

Der Umgang mit Pornographie gegenüber ihren Kindern stellt Eltern oft vor eine große Herausforderung. Eltern fragen sich: Soll ich mit meinem Kind über Pornos sprechen? Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür gekommen? Und wie kann so ein Gespräch geführt werden? Wir haben Antworten.

Sexualität

Was Eltern bedenken sollten, wenn sie Kinder-Fotos online posten

Es ist verständlich, dass Eltern den Wunsch haben, die Fotos Ihrer Kinder mit Freunden und Familie zu teilen. Was man dabei bedenken sollte und warum es wichtig ist, Kinder einen überlegten Umgang mit ihren Bildern zu vermitteln, lesen Sie hier. 

Sexualität

Hatespeech: Was Eltern über Hass im Netz wissen müssen

Hate Speech bedeutet man das Herabwürdigen oder Beschimpfen von Personen, das online stattfindet. Hass im Netz ist oft willkürlich und kann alle treffen. In diesem Artikel geht es darum, wie Sie als Eltern darauf reagieren können, wenn Ihr Kind betroffen ist. 

Was Sexting bedeutet und wie Sie Ihr Kind schützen können

Unter Sexting versteht man das Schreiben über Sex, aber auch auf das Verschicken und Tauschen von Nacktbildern und Nacktvideos - mitunter mit sehr unangenehmen Folgen. So können Sie Ihr Kind schützen bzw. im Fall des Falles reagieren. 

Sexualität
Sexualität

Cybergrooming - was Eltern dagegen tun können

Beim Cybergrooming erschleichen sich überwiegend männliche Täter*innen das Vertrauen von Kindern mit dem Ziel, sie sexuell zu missbrauchen. Das kommt sowohl online als auch offline vor. Eltenrn können präventiv Schutzmaßnahmen setzen, um Grooming möglichst zu verhindern.