Kindergarten & Schule
22. Okt. 2020
·
5 Minuten Lesezeit

Hausübung ohne Stress und Ärger

Ein Beitrag von:
Daniela Patz
Daniela Patz
Artikelinfo:

Hausübungen sind oft eine Herausforderung für Kinder und Eltern. Vom Gespräch mit der Lehrkraft über die passende Unterstützung des Kindes: Wir haben Tipps, was Eltern tun können, um die Situation zu verbessern.

Hausaufgaben bedeuten in Familien oft Stress pur. Dabei klingt im Schulunterrichtsgesetz alles ganz einfach: Hausübungen sollen so gewählt werden, dass SchülerInnen sie ohne fremde Hilfe erledigen können. Das Ausmaß ist an die Belastbarkeit anzupassen. Die Realität sieht oft anders aus. Selbst Volksschulkinder sitzen häufig ganze Nachmittage vor den Hausübungen und können sie nicht alleine lösen. Immer wieder wissen sie gar nicht, was sie aufhaben. Eltern quälen sich manchmal Tag für Tag gemeinsam mit dem Nachwuchs durch die Aufgaben. Oft weiß man als Elternteil gar nicht, was alles bezüglich Hausübungen mit der Lehrkraft festgelegt werden kann. Das muss nicht sein.


Mit der Lehrkraft sprechen

  • In welcher Zeit sollte die Hausübung erledigt werden können?
  • Was ist zu tun, wenn die Kinder das in der Zeit nicht schaffen? Soll die Hausübung dann abgebrochen werden oder soll das Kind weiter daran arbeiten? Wird überprüft, ob die Kinder die Hausübungen in der Zeit schaffen?
  • Wie und wo werden sie in der Schule notiert?
  • Sollen Eltern sie mit dem Kind kontrollieren oder möchte die Lehrkraft direkt sehen, ob der Lehrstoff verstanden wird?

Kaum jemand weiß, dass dies Fragen sind, die gestellt werden dürfen bzw. sogar von der Schule selbständig beantwortet werden sollten. Die Informationen, die Sie dadurch erhalten, helfen viel Zeit zu sparen, da sie eine klare Orientierung bieten. Bei auftretenden Problemen können Sie sich während des Schuljahres immer wieder darauf beziehen.

Die passende Unterstützung bei der Hausübung bieten

Lassen Sie Ihr Kind die Hausübung zunächst immer alleine versuchen. Seien Sie in der Nähe und stehen Sie für Fragen zur Verfügung. Sitzen Sie aber nicht neben dem Kind, denn das verleitet dazu, gleich zu fragen, anstatt zunächst selbst nach einer Lösung zu suchen.

 

Wenn Schwierigkeiten auftreten, präsentieren Sie nicht die Antwort, sondern leiten Sie Ihr Kind an, wie es die Aufgabe lösen kann. Fragen Sie nach, ob es schon im Schulübungsheft nachgesehen hat, im Schulbuch, lassen Sie sich erklären, was das Kind noch aus der Schule zu dem Thema weiß, lassen Sie sich erklären, wo genau Ihr Kind nicht weiterweiß. Eine Möglichkeit ist auch, gemeinsam im Internet oder einem Lexikon nachzusehen. Manchmal hilft es schon, die Aufgabenstellung ein wenig umzuformulieren. So gewinnt Ihr Kind Tag für Tag mehr Kompetenz im Lösen von Aufgaben.

 

Die Hausaufgabe soll der Lehrkraft rückmelden, ob die Kinder den Unterrichtsstoff verstanden haben. Das kann aber nur festgestellt werden, wenn wirklich die Kinder die Hausübung machen und nicht wir Eltern. Auch schenken wir damit den Kindern das Vertrauen, eine Aufgabe ohne unsere Hilfe bewältigen zu können und das wiederum stärkt ihr Selbstvertrauen.

 

Jede Konzentration hat einmal ein Ende. Nach ca. 45 Minunten braucht es etwa 5-10 Minuten Pause, um das zuvor Geübte zu festigen und wieder Energie tanken zu können.

 

Hausübung braucht Zeit! Schnell, schnell, wir müssen ja noch... Es kann schon einmal sein, dass es an dem einen oder anderen Nachmittag stressig wird, da besondere Ereignisse wie ein Geburtstagsfest anstehen. Ist aber regelmäßig keine Zeit für die Hausaufgabe, dann steht eine Entrümpelung des Nachmittages an.