Erziehung
24. Aug. 2021
·
3 Minuten Lesezeit

Wie viele Hobbys braucht ein Kind?

Geschrieben von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Artikelinfo:

Montags Fußball, Dienstag Gitarre, ... Sie wollen das beste für Ihr Kind, doch wie viel ist gerade noch okay, was überfordert und warum macht Langeweile kreativ? Das erfahren Sie hier:

"Mir ist langweilig!" ...ist ein Satz, vor dem Eltern oft Angst haben und der als Aufforderung gesehen wird, den Nachwuchs zu beschäftigen. Die Freizeit von Kindern wird immer mehr durchorganisiert mit spannenden Freizeitaktivitäten. Thermenbesuch, Hip Hop Dance, Fußballtraining, Vergnügungspark und noch vieles mehr.

 

Denn wir wollen das beste für unsere Kinder, ihnen alles ermöglichen.

Mir ist langweilig!

Wie schlimm ist Langeweile?

Ist Langeweile wirklich so schlimm? Ganz im Gegenteil! Völlig unverplante Zeit und auch Langeweile sind wichtig für die Entwicklung von Kindern. Sie geben die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und das Erlebte zu verarbeiten. Ohne Langeweile gibt es auch keine Kreativität. Diese wird erst angeregt, wenn es eine Möglichkeit zum eigenen Gestalten gibt.

Tipps
für GELANGWEILTE 

Kinder:

#Tipp 1: Anleitung anstatt Beschäftigung

Wenn Ihr Kind über Langeweile klagt, leiten Sie es an, sich Gedanken zu machen, was es tun könnte. Im freien, selbst gestalteten Spiel lernen Kinder das Erforschen, Ausprobieren und vieles mehr. In einer komplett durchorganisierten Umwelt würden sie im Gegensatz ausschließlich das Konsumieren üben.

#Tipp 2: es geht nicht um leistung

Hobbys sind keinesfalls generell schlecht. Im Gegenteil, Hobbys sind wichtig, denn so kann Ihr Nachwuchs auch in einem Bereich außerhalb der Schule Erfahrungen sammeln.

 

Meist macht man das, was man gerne macht, auch gut. Das stärkt das Selbstbewusstsein und hilft, den einen oder anderen Rückschlag in der Schule leichter wegzustecken.

Allerdings sollte nicht im Vordergrund stehen, dass man etwas am besten, schnellsten, tollsten kann, sondern dass man etwas gerne macht. Kinder haben immer öfter das Gefühl, dass man in der Freizeit nur das tun darf, worin man ein/-e Meister*in ist. Bestärken Sie Ihren Nachwuchs darin, dass man nicht immer Höchstleistungen erbringen muss, sondern es darum geht, Spaß zu haben.

#Tipp 3: Auf das Maß kommt es an

Auch bei Hobbys kommt es auf das Maß an. Als grobe Orientierung sollten nicht mehr als drei fixe Termine pro Woche zu der Schule dazukommen. Dazu gehören auch Auftritte oder Turniere an den Wochenenden, freie Spielzeit mit Freunden zählt nicht dazu.

Das gilt auch dann, wenn die Kinder die treibende Kraft sind und unbedingt alles gleichzeitig machen wollen. Hier ist es wichtig, Grenzen zu setzen. Denn alles gleichzeitig ist nicht möglich, Kinder brauchen dabei Orientierung. 

Und wenn sich mein Kind für "gar nichts" interessiert?

Auch diese Kinder gibt es. Doch mit Sicherheit hat auch Ihr Kind Interessen und Neigungen. Sie sollten es zuerst einmal positiv sehen, dass sich ihr Kind gut selbst beschäftigen kann und auf Anregungen von außen nicht angewiesen ist.

 

Interessiert sich Ihr Kind scheinbar für gar nichts, können Sie mit ihm gemeinsam in verschiedene Freizeitaktivitäten hinein schnuppern. Vielleicht entdecken Sie gemeinsam eine Aktivität, die für Ihr Kind passend ist und Freude macht. 

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