Alltag
18. Juli 2022
·
5 Minuten Lesezeit

Ein entspannter Urlaub trotz unterschiedlicher Interessen

Ein Beitrag von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Artikelinfo:

Wenn wir viel und intensiv Zeit miteinander verbringen und die gegenseitigen Erwartungen hoch sind, kann es schnell zu Konflikten  kommen. Trotz unterschiedlicher Interessen kann eine schöne Urlaubszeit gelingen.

Endlich Sommer – endlich Ferien! Eltern und Kinder freuen sich auf den Urlaub und die gemeinsame freie Zeit. Das klingt erstmal schön. Doch wenn wir viel und intensiv Zeit miteinander verbringen und die gegenseitigen Erwartungen zu hoch sind, kann es schnell zu Konflikten und Streit im Urlaub kommen. Während Papa von Kulturprogramm träumt und Mama die schönsten Wanderwege raussucht, hängen die Youngsters am Smartphone oder beginnen sich zu langweilen.

 

Wie gelingt trotz unterschiedlicher Interessen ein entspannter Sommer?

tipps
für eine
schöne urlaubszeit:

Wünsche besprechen
Der ideale Urlaub sieht für Kinder bzw. Jugendliche und ihre Eltern oft sehr unterschiedlich aus.

Offen über die jeweiligen Wünsche, Möglichkeiten und Vorstellungen zu sprechen, ist ein erster nützlicher Schritt. Planen Sie den Urlaub gemeinsam mit Ihren Kindern und nehmen Sie Rücksicht auf deren Wünsche. Bedenken Sie, dass sich die Interessen Ihrer Kinder ändern bzw. weiterentwickeln. Wenn früher der Urlaub am Berg das Schönste war, kann dies für Jugendliche inzwischen "voll out" sein.

Auch zuhause kann es schön sein
Wenn sich keine Reise ausgeht, kann man auch zu Hause schön Urlaub machen. Mit kreativen Ideen bringen Sie Abwechslung in Ihr Familienleben und verbringen eine lustige gemeinsame Urlaubszeit.

Denken Sie dabei an die Dinge, die Ihnen als Kind Freude bereitet haben und in Erinnerung geblieben sind. Veranstalten Sie zum Beispiel ein Picknick oder eine Schatzsuche im umliegenden Wald oder Park, zelten Sie mit dem Nachwuchs im Garten, veranstalten Sie eine Gruselnacht mit Gespenstergeschichten oder informieren Sie über die vielen Freizeitangebote in Ihrer Nähe.

Freie Zeit ist wichtig
Es ist nicht nötig, rund um die Uhr alles gemeinsam zu unternehmen. Auch Eltern brauchen zwischendurch Erholung und manchmal haben alle etwas davon, wenn man sich für Aktivitäten aufteilt. 

Wechseln Sie sich wenn möglich mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin ab oder beziehen Sie Oma und Opa in die Planung mit ein. Gönnen sie sich ruhig mal eine Auszeit, während die anderen Eisessen oder Sporteln sind.

Dem Alltag entfliehen und nicht darüber diskutieren
Im Urlaub verbringen wir mehr Zeit als sonst miteinander, dies kann dazu verlocken, endlich Wichtiges anzusprechen. Vermeiden Sie es aber, im Urlaub über aufgestaute Alltagsprobleme zu diskutieren oder auf schlechten Noten im Zeugnis herumzureiten. 

Kinder und Jugendliche sollen sich in den Ferien erholen und vom oftmals fordernden Schulalltag abschalten können. Genießen Sie darum die gemeinsame Zeit und tanken als Familie Energie.
Wenn in den Ferien für Nachprüfungen gelernt werden muss, bespricht man das am Besten zu Beginn der Ferien und legt gemeinsam einen Zeitplan fest. So können sich die Kinder darauf einstellen und wissen, wann sie eine Auszeit haben.

Ausnahmen sind während der Ferien erlaubt
Regeln und Grenzen sind wichtig, aber im Urlaub muss nicht alles so streng gesehen werden und darf es auch einmal lockerer zugehen.

Lassen Sie Ihre Kinder zum Beispiel ausschlafen oder auch einmal länger aufbleiben als sonst.

Langeweile ist auch wichtig
Es ist nicht Ihre Aufgabe, dem Nachwuchs durchgehend ein abwechslungsreiches Programm zu bieten.

Entspannen Sie sich – Kinder müssen nicht immer beschäftigt werden. Im Gegenteil: Wer auch einmal Langeweile zulässt, kann Kinder unterstützen, ihre Kreativität zu entdecken und neue Interessen zu entwickeln.

Medienfreie Zeiten festlegen
Kinder und Jugendliche sollten im Urlaub nicht mehr Zeit vor dem Fernseher, am Smartphone oder bei Computerspielen verbringen, als sonst.

Die zusätzliche Freizeit sollte lieber mit anderen Aktivitäten genützt werden. Achten Sie darum auf medienfreie Zeiten und legen Sie – vor allem bei jüngeren Kindern – fest, wie lange welche digitalen Geräte benützt werden dürfen. Gehen Sie als gutes Beispiel voran und verzichten Sie selbst auch auf Facebook, Instagram & Co und unterbrechen gemeinsame Unternehmungen nicht durch den ständigen Blick auf’s Smartphone.

Wesentlich ist: Lassen Sie sich bei der Ferienplanung nicht stressen und setzen Sie sich nicht unter Druck. 

Der gemeinsame Urlaub soll vor allem Spaß machen und für die ganze Familie Erholung und einen Ausgleich zum Alltag bringen. Oft reicht es dafür schon, sich bewusst Zeit füreinander zu nehmen. So merken Ihre Kinder, dass Sie im Urlaub für sie da sind.

Es geht nicht darum, sich mit den Nachbarn oder Freunden zu vergleichen. Viel wichtiger ist es, herauszufinden, wie sich Ihre Familie am besten entspannt und woran alle Spaß haben. Denn das ist es, woran sich später alle gerne zurückerinnern – die gemeinsamen Erlebnisse, bei denen Sie als Familie eine schöne Zeit miteinander hatten.

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Das Video und der dazugehörige Artikel sind Teil einer Serie, die in Zusammenarbeit mit wohlfühl-pool.at entstanden ist. Mit freundlicher Unterstützung von des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, der Gesundheit Österreich GmbH sowie dem Fonds Gesundes Österreich.
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