Eltern
10. Mai 2021
·
5 Minuten Lesezeit

Angst: Wie gehe ich damit um?

Ein Beitrag von:
Corinna Harles
Corinna Harles
Artikelinfo:

Jeder von uns kennt das Gefühl von Angst. Es ist für uns wichtig, damit wir uns in Gefahrensituationen schützen können. Die Corona-Krise löst bei vielen von uns Angst aus. Wie kann man mit diesem Gefühl umgehen? 

Angst ist für uns wichtig, damit wir uns in Gefahrensituationen schützen können. Auf biologischer Ebene reagieren wir dann mit Kampf, Flucht oder Totstellen. Zum Glück befinden wir uns nicht immer in Gefahrensituationen. Unser Alltag ist jedoch mit vielen Aufgaben, Anforderungen und Erwartungen gefüllt. Gleichzeitig können wir viele Dinge nicht kontrollieren und haben vielleicht auch schon einige schwierige und schlimme Erfahrungen gemacht. Wenn wir das Gefühl haben, dass sich Dinge problematisch entwickeln könnten, dass wir etwas nicht schaffen und nicht mitbeeinflussen können, bekommen wir Angst.

 

Eigentlich hat sie eine gute Intention: Sie möchte uns vor etwas, das uns zustoßen könnte, schützen. Fangen wir jedoch an zu grübeln, weil wir uns auf alle Eventualitäten vorbereiten wollen oder können wir uns nicht mehr davon distanzieren, kann die Angst unseren Alltag auch sehr belasten. Vor allem, weil unser Gehirn nicht unterscheiden kann, ob wir uns reale oder nur mögliche Katastrophenszenarien vorstellen.

 

Unser Körper reagiert in beiden Fällen mit ähnlichen physiologischen Veränderungen:

  • Das Herz fängst an zu klopfen.
  • Die Atmung wird flacher.
  • Der Körper spannt sich an.
  • Schweiß bricht aus.



Wir haben ein paar Möglichkeiten
zusammengestellt, wie man
mit der Angst umgehen kann. 

Bei sehr massiven Formen von Angst kann es auch hilfreich sein, sich psychologische oder therapeutische Unterstützung zu suchen.

Darauf konzentrieren, was in unserer Macht steht 

Bei von außen vorgegebenen Situationen, wie z.B. der Coronakrise, fühlen wir uns oft handlungsunfähig, weil vieles außerhalb unserer Kontrolle liegt. Versuchen Sie sich trotzdem darauf zu konzentrieren, was Sie weiterhin positiv mitbeeinflussen können. Was wir auf jeden Fall mitbestimmen können, ist unsere Haltung zur Situation, die uns Angst macht. Wie viel Raum wir medialen Inhalten zu gewissen Themen geben und wie wir unseren Alltag möglichst gut für uns und unsere Familie gestalten können.

 

Das heißt nicht, dass wir keine Ängste oder Sorgen haben dürfen – das ist völlig normal und gehört dazu. Aber wir können beeinflussen, wie wir damit umgehen. Je nachdem, wie stark Ihre Ängste in der momentanen Situation sind, gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, mit ihnen umzugehen. Fühlen Sie sich gerade panisch, ist ein wichtiger erster Schritt, sich selbst wieder etwas zu beruhigen.

Umgang mit Angst als Frage des Blickwinkels

Was Sie bei Panik tun können

Nachdenken macht gerade keinen Sinn. Was helfen kann, sind Atemübungen, Bewegung z.B. im Zimmer auf der Stelle hüpfen und sich selbst zu sagen und darauf zu vertrauen, dass man die Gefühle aushalten kann und sie wieder vorbeigehen. Versuchen Sie sich durch die Flut an unangenehmen Gefühlen „durchzuatmen“. Auch, wenn man das Gefühl hat, man kann es gleich nicht mehr aushalten, wird die Angst mit der Zeit weniger und Sie kommen wieder zur Ruhe. Sie können sich selbst beruhigende Sätze sagen, wie „Ich bin sicher“ oder „Die Situation geht wieder vorbei“.

Atmung als Mittel zum Umgang mit Angst

Der Sinn von Angst

Oft wollen wir unangenehme Gefühle lieber verdrängen, damit wir uns nicht mit ihnen auseinandersetzen müssen. Leider verstärken sich unsere Gefühle dadurch und werden nur größer. Langfristig bringt es mehr, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Auch weil sie uns wichtige Informationen darüber geben, dass etwas für uns gerade nicht passt. Ein weiterer Aspekt ist, dass wir durch die bewusste Auseinandersetzung dafür sorgen können, dass wir unsere Ängste nicht unbewusst auf unsere Kinder übertragen. Vielleicht hilft es hier, die eigentlich gute Intention der Angst zu sehen: Sie möchte uns vor etwas, das uns zustoßen könnte, schützen.

 

Wenn sich die starken Gefühle wieder gelegt haben, oder Sie prinzipiell zwar Angst, aber keine Panik verspüren, können Sie überlegen, was genau Ihnen gerade solche Angst macht und welche Situation sie ausgelöst hat. Wenn man konkret weiß, was los ist, kann man besser darüber nachdenken, was einem für die spezielle Situation helfen könnte.

Entspannung zum Umgang mit Angst

Geht es darum, dass Sie sich überlastet fühlen, weil Sie das Gefühl haben den vielen Anforderungen nicht gerecht zu werden? Gibt es eine Situation im Job oder in der Familie, bei der Sie befürchten, dass sie eskalieren könnte? Haben Sie Angst davor, dass Sie selbst oder Angehörige erkranken könnten? Haben Sie allgemein Angst, wie es weitergeht? Oder gibt es wirklich eine konkrete Situation, die sehr bedrohlich ist und wo Sie sich Unterstützung holen sollten?

Wege aus der Angst

Je nachdem, was Sie belastet – überlegen Sie sich Strategien, wie Sie mit der Situation umgehen können. Das macht Sie wieder handlungsfähig und schafft eine neue Perspektive.

 

Bei Überlastung im Familienalltag können Sie sich vielleicht mit Ihrem/-r Partner*in austauschen. Überlegen Sie, welche Dinge nicht zwingend notwendig sind. Wie kann man aus belastenden Situationen Stress herausnehmen und sie neu zwischen ihnen aufteilen? Legen Sie den Fokus darauf, wie Sie als Familie gut durch die angespannte Zeit kommen und versuchen Sie manche Ansprüche herunterzuschrauben. Zudem sind Auszeiten wichtig – können Sie sich irgendwie Rückzugsmöglichkeiten schaffen? Selbst, wenn sie nur kurz sein sollten. Falls Sie das Gefühl haben, dass Situationen eskalieren könnten, gehen Sie raus, nehmen Sie gegebenenfalls Ihr Kind mit. Eine effektive Art, angestaute Energie abzubauen, ist Sport: Vielleicht haben Sie Zeit, Laufen zu gehen? Oder daheim Bewegungs-Videos mit den Kindern zusammen machen? Im Internet findet man viele Onlineangebote gratis.

 

Bei manchen Themen können wir leider nicht aktiv handeln. Wir müssen abwarten, wie sich die Dinge weiterentwickeln und die Situation aushalten. Jedoch gibt es auch hier verschiedene Methoden, die uns die Situation erleichtern können. In der Meditation versucht man Gedanken zu betrachten, ohne über sie zu urteilen. Alles was hochkommt, darf da sein, zieht aber wie Wolken an uns vorbei. Natürlich braucht das einiges an Übung. Es kann jedoch gut helfen, um eine heilsame Distanz zu vielen Dingen zu erlangen. Sie zu beobachten und wahrzunehmen, ohne sofort ins Handeln zu kommen.

 

Auch andere Entspannungsmethoden wie Yoga, Gedankenreisen, Atemübungen, Tagebuch schreiben oder mit uns selbst zu sprechen und uns zu beruhigen, kann helfen. Vielleicht können Sie auch mit Ihren Kindern kuscheln oder mit Freunden, die Ihnen nahestehen, telefonieren. So können Sie vielleicht neue Perpektiven einnehmen und fühlen sich unterstützt. Wenn Ihnen gerade niemand einfällt, der Verständnis für Sie hat, können Sie auch bei Telefonhotlines anrufen, wo Ihnen rund um die Uhr jemand zuhört. Wichtig ist, dass Sie merken, dass Sie nicht alleine sind und es jemanden gibt, der Sie in Ihrer Angst ein bisschen auffängt.

TUN SIE 

SICH

ETWAS GUTES!

Kochen Sie Ihr Lieblingsessen, nehmen Sie ein Bad, hören Sie mit Ihren Kindern Geschichten an, die Sie schon früher schon gerne mochten, schauen Sie sich eine lustige Serie an, kuscheln Sie sich auf die Couch oder legen Sie Ihre Lieblingsmusik auf. Seien Sie kreativ und passen Sie auf sich auf.

VIDEO-BERATUNG ONLINE

Ein Gespräch bringt Entlastung. Wenn Sie noch Fragen haben oder Ihre persönliche Situation besprechen wollen: Melden Sie sich bei uns! 

Alltag

Was Sie über die Ernährung von Babys wissen sollten (0-6 Monate)

Worauf sollte man bei der Ernährung des Säuglings im 1. Lebenshalbjahr achten? Wir geben einen Überblick über die Ernährung des Säuglings mit Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung. Wissenswerte Informationen, egal ob Sie (teilweise) Stillen oder mit dem Fläschchen füttern.

Hilfsangebote ABC

5 Fragen an... die boje

Die Boje ist ein Ambulatorium in Wien für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) in Krisensituationen. Die Boje bietet u.a. Beratung, diagnostische Abklärung sowie Therapie an. 

 

Entwicklungsphasen

Was tun, wenn mein Kind nicht durchschläft?

Das Schlafverhalten von ihrem Baby oder Kleinkind beschäftigt viele Eltern. Wissen über die Schlafentwicklung kann helfen, besser mit der Situation umzugehen. Dazu haben wir Tipps zusammengefasst, wie es mit dem (Durch-)schlafen besser klappen könnte.

Hilfsangebote ABC

5 Fragen an... intakt

intakt ist ein ambulantes Therapiezentrum in Wien mit dem Schwerpunkt Essstörungen. Betreut werden Jugendliche ab 14 Jahren. Die Serie Hilfsangebote ABC der Rat auf Draht Elternseite stellt intakt vor.

 

Hilfsangebote ABC

5 Fragen an... die Elternwerkstatt

Die Elternwerkstatt hat ein breites Angebot zu den Themen Elternschaft, Erziehung, Ernährung, Entwicklung – für alle, die sich gerne austauschen, weiterbilden und begleiten lassen. Eltern sollen in ihrer natürlichen Kompetenz  bestärkt werden und die richtigen “Werkzeuge” dafür bekommen.

Die Serie Hilfsangebote ABC der Rat auf Draht Elternseite stellt die Elternwerkstatt  vor.

 

Entwicklungsphasen

Die kindliche Entwicklung in den ersten Lebensjahren

Häufig machen Kinder im gleichen Alter ähnliche Entwicklungsschritte durch. Die ideale Entwicklung gibt es nicht, sondern viel eher unterschiedliche Entwicklungswege – wovon keiner besser oder schlechter als der andere ist.

Entwicklungsphasen

Vom Paar zur Familie

Jede Familie ist anders und doch durchlaufen alle Individuen ähnliche Phasen der Familienentwicklung, die Freude genauso wie Schwierigkeiten bringen. Die Umstellung vom kinderlosen Paar zur Familie ist so eine. Mehr dazu und wie lange die Anpassung dauern kann, lesen Sie hier. 

Anlässe

Gibt es den Osterhasen wirklich? Wir haben die Antwort

Wieviel Wahrheit braucht mein Kind? Für Kinder ist es oft sehr erleichternd, wenn man mit ihnen bespricht, dass jede/-r entscheiden kann, woran er/sie glauben möchte. Wir möchten Sie ermutigen, einen Weg für Ihre Familie zu finden, um mit Kinderfragen nach dem Osterhasen (oder Christkind) umzugehen.

Entwicklungsphasen

Wie beruhige ich mein Baby, wenn es sehr viel schreit?

Warum Babys weinen, wie sie beruhigt werden können und was Sie tun können, wenn nichts mehr hilft. Ist mein Kind ein Schreibaby? Informationen und Tipps für Eltern.

Alltag

Aktuelle Webinare

Mehr erfahren

 

Alltag

Häufige Fragen und Antworten zur Ernährung bei Kleinkindern

Was, wenn sich mein Kind sehr einseitig ernährt? Sollen Kinder alles probieren? Mein Kind isst sehr wenig. Darf man Kinder zum Aufessen drängen? Gemeinsam mit der Ernährungswissenschaftlerin Mag. Melanie Bruckmüller von Richtig essen von Anfang an! beantworten wir häufige Fragen, die Eltern zum Essverhalten ihrer Kinder haben. 

Alltag

Gesunde Ernährung leicht gemacht - mit Rezeptideen für Kinder

Damit sich Kinder gut entwickeln können, gehört eine ausgewogene Ernährung dazu. Wie können Sie als Eltern gesunde Ernährung in den Alltag einbauen? Gemeinsam mit Richtig Essen von Anfang an! haben wir einige Tipps und Rezeptideen für gestresste Eltern zwischen Job, Haushalt und Familienleben.

Hilfsangebote ABC

5 Fragen an...Richtig essen von Anfang an!

Das Programm „Richtig essen von Anfang an!“ unterstützt österreichweit alle Schwangeren, Stillenden und Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 10 Jahren mit fundierten und kostenlosen Informationen rund um das Thema gesunde Ernährung.

Die Serie Hilfsangebote ABC der Rat auf Draht Elternseite stellt "Richtig essen von Anfang an!" vor.

 

Eltern

Wie überstehe ich die Quarantäne?

Was, wenn das Testergebnis auf COVID-19 positiv ist? Auch wenn Corona glücklicherweise bei jüngeren Menschen oft mild verläuft, gilt: Quarantäne. Wir unterstützen mit Tipps, wie man diese Zeit gut überstehen kann und wie man Kontaktpersonen die schlechte Nachricht überbringt.

Eltern

2 Jahre Corona: was wir Positives mitnehmen können

Viele von uns sind stark belastet, da gibt es auch nichts schönzureden. Trotzdem: Den 2. Jahrestag des ersten Lockdowns wollen wir nützen, um auf positive Dinge hinzuweisen, die wir (vielleicht) aus der Krise mitnehmen können. 

 

Krisen

Wenn Kinder Angst (vor dem Krieg) haben... Tipps & Hilfe für Eltern

Der Krieg in der Ukraine macht vielen von uns Angst. Wie geht es Kindern damit und wie kann man überhaupt erkennen, ob das eigene Kind unter Ängsten leidet? Warum Angst zum Leben gehört und wie man Kinder im Umgang mit Ängsten unterstützen kann. 

 

Wie beantworte ich Kinderfragen zum Krieg?

Mag.a Corinna Harles war Talk-Gast von elternweb2go zum Thema "Wie beantworte ich Kinderfragen zum Krieg?". Sie gibt im Gespräch mit Moderatorin Katja Ratheiser Antworten auf viele Fragen, die Kinder und Eltern aktuell beschäftigen. Dürfen Eltern über ihre eigene Angst reden? Wie äußern sich Sorgen bei Kindern? Soll man von sich aus das Thema Krieg ansprechen?

Krisen

Krieg und Terror: Wie erkläre ich das meinem Kind?

Was sollen Kinder über Kriegshandlungen oder auch Terroranschläge erfahren? Wie soll man mit Kindern und Jugendlichen über schlimme Geschehnisse sprechen? Antworten auf diese Fragen finden Sie hier!

 

Beziehungen

Wenn das eigene Kind andere mobbt

Auch, wenn man es sich kaum vorstellen mag und am liebsten gleich leugnen möchte, manchmal kommt es vor, dass das eigene Kind andere Kinder mobbt. Wir haben zusammengefasst, was Sie in diesem Fall tun können.

Konstruktiv streiten und versöhnen

Konstruktiv streiten und versöhnen. In diesem Beitrag geht es darum, wie Sie als Eltern(-teil) einen konstruktiven Umgang mit Streit in der Familie finden können. Denn: Streit ist normal und gehört dazu.
 
Das Video und der dazugehörige Artikel sind Teil einer Serie, die in Zusammenarbeit mit wohlfühl-pool.at entstanden ist. Mit freundlicher Unterstützung von des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, der Gesundheit Österreich GmbH sowie dem Fonds Gesundes Österreich.