Wie Kinder lernen, die eigene Meinung gut zu vertreten
Natürlich haben auch Kinder Rechte. Als Eltern und Bezugspersonen sollten wir Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, ihren eigenen Standpunkt zu vertreten und für ihre Rechte einzutreten.
Hier sind ein paar wichtige Tipps, wie man Kinder bestärken kann, für ihre Rechte und Meinungen einzutreten:

Legen Sie von Anfang an Wert auf die Meinung Ihres Kindes.
Zeigen Sie ihm das auch, indem Sie zum Beispiel bei Erzählungen über Erlebnisse des Tages aufmerksam zuhören. Ein Abendritual, bei dem genügend Zeit dafür eingeräumt wird, ist für Kinder meist etwas ganz besonderes. Wenn Kinder von klein auf erfahren, dass ihre Meinung und Gedanken wichtig sind, setzen sie dies später auch im Kontakt mit anderen um. Außerdem lernen und pflegen sie so einen respektvollen Umgang mit ihren Mitmenschen.

Beziehen Sie Ihr Kind in (Alltags-)Entscheidungen mit ein und treffen Sie Vereinbarungen. Berücksichtigen Sie die Interessen Ihres Kindes bei der Freizeitgestaltung und binden Sie es bewusst in die Planung mit ein. Jedes Familienmitglied kann abwechselnd einen Vorschlag einbringen.
Denn wenn Kinder und Jugendliche erleben, dass ihre Stimme gehört wird, können sie ihre Standpunkte auch später klarer vertreten.

Offen
Wenn in der Familie über tagesaktuelle Themen diskutiert wird, schenken Sie auch der Meinung Ihres Kindes Gehör und zeigen Sie Verständnis, wenn es etwas nicht weiß. Wenn Ihr Kind Fragen stellt, versuchen Sie, diese möglichst einfach zu beantworten. Vermeiden Sie Sätze wie „Dafür bist du noch zu klein“ oder „Das erkläre ich dir, wenn du älter bist“. Reden Sie mit Ihrem Kind über Themen, die es beschäftigt.
Eine offene Gesprächskultur kann in Ihrer Familie zum Beispiel durch eine entspannte Atmosphäre beim Mittagstisch geschaffen werden, wo aktuelle Themen gezielt besprochen werden können.

Bei all den vorhergehenden Aspekten ist es wichtig, dass Ihr Kind lernt, verschiedene Meinungen zu respektieren und damit umzugehen.
Hier kann es hilfreich sein, in der Familie konstruktive Diskussionen zu führen. Bei Konflikten mit Freund*innen können Eltern unterstützen, indem sie gemeinsam mit ihrem Kind überlegen, wie die Perspektive der anderen Person aussehen könnte. Wenn etwas schief gelaufen ist, besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass und wie es sich dafür entschuldigen kann.

Alle Kinder sollten ihre Rechte kennen. Sprechen Sie als Bezugsperson mit Ihrem Kind über Kinderrechte.
Oft bieten sich aktuelle Ereignisse an, um über Kinderrechte zu reden. Zum Beispiel, dass kein Kind benachteiligt werden darf – egal wie es aussieht und wo es herkommt. Oder, dass Kinder das Recht haben, ihre eigene Meinung bei einer Demonstration kundzutun.
Wenn Kinder ihre Rechte kennen, machen sie sich auch leichter dafür stark.
- Tipp: Hier finden Sie einen Überblick über die Kinderrechte.

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie es für etwas eintreten kann, das ihm wichtig ist. Dadurch lernen Kinder, sich gewaltfrei zusammenzuschließen und für ihre Interessen sowie Rechte einzustehen.
Bestärken Sie Ihr Kind zum Beispiel, wenn es mit der Schule einen Benefiz-Lauf organisieren möchte. Erklären Sie ihm, was Demonstrationen sind und recherchieren Sie gemeinsam dazu. Begleiten Sie Ihr Kind, wenn es zu Demos gehen möchte. Ihr Kind freut sich sicherlich auch darüber, wenn Sie gar selbst anpacken und mithelfen, Flyer oder Plakate dafür zu gestalten.
In allen Punkten gilt: Förderung statt Überforderung – Kinder sollen freiwillig und aus eigenem Interesse handeln. Lassen Sie je nach Alter Ihres Kindes mehr oder weniger davon in ihren Familienalltag einfließen. Mit Unterstützung und Rückhalt von zuhause machen sich Kinder und Jugendliche füreinander stark.
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