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06. Aug. 2020
·
4 Minuten Lesezeit

Gefahr durch Online-Spiele

Ein Beitrag von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Artikelinfo:

Viele Jugendliche verbringen ihre Freizeit gern mit Gaming im Internet. In Online-Spielen können Täter besonders leicht Kontakt zu Jugendlichen aufnehmen.  Ein generelles Verbot hilft nicht, klare Vereinbarungen schon.

Eine fast unsichtbare Gefahr

Computerspiele werden mehr und mehr gemeinsam mit anderen gespielt. Online ist das praktisch mit der ganzen Welt möglich. Nicht selten verbessern sich dabei die Englischkenntnisse der Jugendlichen durch die Unterhaltung mit anderen GamerInnen gravierend.

Egal ob beim Online-Spielen mit der PlayStation, der WII oder direkt im Internet: Überall, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten, versuchen mitunter Erwachsene Kontakt zu ihnen zu bekommen, um sie im Extremfall sexuell zu belästigen. Geschieht die Anbahnung online, spricht man von Cyber-Grooming.

Immer mehr TäterInnen versuchen, in Online-Spielen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen zu bekommen. Warum? Weil sie auf diesem Weg ganz einfach und anonym auf Kinder und Jugendliche treffen. Das Problematische dabei? Es gibt kaum Möglichkeiten, TäterInnen dort zu erkennen.
 

Wie erkenne ich Täter?

Täter verhalten sich zunächst genauso wie jemand, mit dem man einfach gemeinsam spielt. TäterInnen sind häufig besonders gute Gamer. Sie spielen beispielsweise in Clans gemeinsam mit anderen Jugendlichen. Man tauscht sich über die Erfolge beim Spielen aus, redet über Probleme, etwa wenn Eltern Spiele nicht erlauben oder es in der Schule nicht so gut läuft. Die Chats mit potentiellen TäterInnen unterscheiden sich dabei oft nicht von Chats mit anderen Jugendlichen in Spielewelten. Am ehesten kann man sie daran erkennen, dass TäterInnen besonders verständnisvoll und hilfsbereit agieren, manchmal auch an einer sexualisierten Ausdrucksweise. Irgendwann wird der persönliche Kontakt gesucht, dabei kann es dann zum Übergriff kommen. Davor gibt es kaum Anzeichen.

NEIN,

Ein Verbot ist nicht sinnvoll

Verbot als Lösung?

Nicht das Spielen ist das Problem, sondern das Verhalten krimineller Erwachsener. Und die begeben sich immer dorthin, wo Kinder und Jugendliche sind. Gefährlich wird es bei Treffen im Offline-Leben.


Deshalb braucht es hierfür klare Vereinbarungen! Gerade Jugendliche, die nicht mit ihren Eltern über ihre Online-Welt sprechen können, weil es viele Verbote gibt, sichern sich bei Treffen nicht ab. Seien Sie eine Ansprechperson und verbieten Sie Treffen mit Online-Bekanntschaften nicht. Geben Sie aber klare Regeln vor:

  • Treffen dürfen nur an öffentlichen Orten stattfinden, wo andere Personen auch fix arbeiten und somit sicher vor Ort sind.
  • Sie als Eltern müssen informiert werden, wann und wo das Treffen stattfindet.
  • Der Jugendliche versucht vorher - z.B. über einen Video-Chat - herauszufinden, ob die Person tatsächlich dem entspricht, was sie vorgibt. Dabei ist Spontanität wichtig. Denn möchte eine Person verschleiern, wer sie wirklich ist, dann werden durchaus Fotos oder auch Chats gefälscht. Wird ein Video-Chat spontan vorgeschlagen und innerhalb weniger Minuten auch umgesetzt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass hinter dem Online-Profil wirklich der jugendliche Freund steckt und nicht ein krimineller Erwachsener.

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