Alltag
31. Mai 2022
·
5 Minuten Lesezeit

Der Beikost-Beginn: worauf achten?

Geschrieben von:
Lisa  Sturm
Lisa Sturm
Artikelinfo:

Ab welchem Alter soll Beikost eingeführt werden? Welche Nährstoffe sind besonders wichtig? Ab wann braucht ein Säugling zusätzlich Getränke? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der Beitrag vom Gesundheitsförderungsprogramm „Richtig essen von Anfang an!“.

Muttermilch ist in den ersten Lebensmonaten die perfekte Nahrung. Falls nicht gestillt oder nur teilweise gestillt wird, ist Säuglingsanfangsnahrung am besten.

 

Um den 6. Lebensmonat (zwischen der 17. und der 26. Lebenswoche) reicht Muttermilch alleine aber nicht mehr aus. Ihr Baby braucht dann zusätzliche Nahrung in Form von Breien. Wann Ihr Baby bereit für Beikost ist, hängt ganz alleine von ihm und seiner Entwicklung ab. Achten Sie auf die Signale Ihres Babys. Ob Ihr Baby „reif“ für Beikost ist, erkennen Sie unter anderem, wenn die Nahrung nicht mehr ausgespuckt wird und wenn es Interesse am Essen Anderer zeigt. Wichtig ist auch, dass Ihr Kind genügend Kraft hat, um mit geringer Hilfe aufrecht zu sitzen und den Kopf ohne Hilfe zu halten.

 

Auch wenn Ihr Baby Beikost bekommt, ist es gut, es weiter zu stillen. Muttermilch (oder Säuglings-anfangsnahrung), bleiben auch nach Beikostbeginn noch eine wichtige Nährstoffquelle.

Ihr Baby gibt Ihnen Signale, wenn es "reif" für Beikost ist.  

die ersten löffelchen

Es ist gut Ihrem Baby viele verschiedene Lebensmittel zu geben, damit es alle wichtigen Nährstoffe bekommt. Zu Beginn reichen ganz kleine Portionen Brei aus (2 bis 3 Teelöffel), da sich Ihr Baby erst daran gewöhnen muss. Danach kann die Menge Schritt für Schritt erhöht werden. Nehmen Sie sich Zeit, wenn Sie Ihr Kind die ersten Male füttern. Falls Ihr Kind ein Lebensmittel einmal nicht mag, haben Sie Geduld und probieren Sie es zu einem späteren Zeitpunkt nochmals.

Frau studiert Produktinhalte beim Einkauf

So ist Ihr Kind optimal versorgt

Bei der Einführung von Beikost kommt es nicht nur darauf an, ab wann Beikost gegeben wird, sondern auch was gegeben wird. Die Auswahl der Lebensmittel für die Beikost wird durch traditionelle, regionale, saisonale und individuelle Faktoren beeinflusst. Eine bestimmte Reihenfolge der Breisorteneinführung ist nicht bedeutend, da keine Nachteile für den Säugling durch das Nichteinhalten der Reihenfolge zu erwarten sind.

 

Im Alter der Beikosteinführung sind die Nährstoffe Eisen und Jod besonders kritisch. Deswegen sind zu Beginn gut verfügbare Eisenquellen wie Fleisch und/oder Getreide (in Kombination mit Vitamin C-reichem Obst/Gemüse) sowie Jodlieferanten für die optimale Versorgung besonders wichtig. Zur ausreichenden Jodversorgung tragen Muttermilch bzw. Säuglingsanfangsnahrung (wenn nicht gestillt wird) und ein regelmäßiger Meeresfischkonsum mit der Beikost bei. Wenn Sie stillen, sollten Sie darauf achten, selbst genügend jodreiche Lebensmittel wie Meeresfisch und jodiertes Speisesalz bzw. daraus hergestellte Produkte zu essen, da dies einen Einfluss auf den Jodgehalt in Ihrer Muttermilch hat.

 

Während des ausschließlichen Stillens benötigt Ihr Baby keine zusätzlichen Getränke. Mit Start der Beikost können nach Bedarf Getränke angeboten werden. Ab dem 10. Monat braucht Ihr Kind regelmäßig Flüssigkeit in Form von Getränken, idealerweise Trinkwasser.

was
ihr baby

braucht:

  • Gemüse und Obst

  • Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen, Linsen, Bohnen, Kichererbsen)

  • Fleisch: z.B. Rind-, Kalb-, Lamm- oder Schweinefleisch
  • Erdäpfel, Nudeln, Reis, Getreideflocken   

  • Fisch: z.B. Saibling, Lachs, Forelle

  • Ei
  • Kuhmilch (ab dem 6. Monat)

  • Pflanzliche Öle: z.B. Lein-, Raps-, Walnuss-, Soja-, Weizenkeim- und Olivenöl

  • Trinkwasser

Kuhmilch im 1. Lebensjahr

Bis zum 6. Lebensmonat soll auf Kuhmilch verzichtet werden. Ab dem 6. Lebensmonat (23. Lebenswoche) können Sie Kuhmilch für die Zubereitung eines Milch-Getreide-Breis verwenden. Geben Sie diesen jedoch nicht gemeinsam mit einer Fleischmahlzeit. Bieten Sie Ihrem Baby maximal einmal pro Tag einen kuhmilchhaltigen Brei an. Eine Menge bis zu 100 – 200 ml Kuhmilch (mit zunehmendem Alter langsam ansteigend) pro Tag ist für Ihr Kind ausreichend. Als Getränk ist Kuhmilch im ersten Lebensjahr ungeeignet.

Getreide im 1. Lebensjahr

Die Getreidesorten Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, Grünkern und Khorasan Weizen (Kamut®) enthalten „Gluten“.

 

Beginnen Sie am Anfang mit diesen Sorten in kleinen Mengen: z. B. mit ½ Scheibe zuckerfreiem Zwieback, 1 Stückchen Brot (10 g), 1 Esslöffel gekochter Teigwaren, 1 Esslöffel Flocken, 1 Teelöffel Grieß oder Mehl. Die Menge kann schrittweise erhöht werden.

ACHTUNG: Was soll im 1. Lebensjahr nicht gegeben werden?

Auf manche Lebensmittel und Getränke sollte verzichtet werden. Es gibt Lebensmittel, die für Säuglinge nicht geeignet sind:

  • Salz, Zucker, Honig, Süßungsmittel (vor allem bei Getränken), keine scharfen Gewürze.

  • Speisen, die rohe Eier (z.B. weiches Ei), rohen Fisch (z.B. Räucherlachs) oder rohes Fleisch (z.B. Beef Tartar) enthalten.

  • Innereien, insbesondere Leber.

  • Rohmilch; Kuhmilch sollte nicht als Trinkmilch gegeben werden.

  • Topfen, Pudding, Käse

  • Wurst und Wurstwaren (z.B. Schinken, Würstel, Speck)

  • Salzgebäck, Knabbergebäck

  • Schokolade, Süßigkeiten, Kekse

  • Limonaden (z.B. Cola-Getränke, Eistee, ...)

  • Kaffee, Tee (Grün-/Schwarztee)

  • Alkohol, auch nicht zum Kochen

  • ganze Nüsse, Samen (nur fein vermahlen im Brei)

  • Fettreiche Raubfische wie z. B. Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt und Hecht - sie können mit Schwermetallen belastet sein. Gut eignen sich Saibling, Lachs und Forelle. Achtung bei Gräten!

Wann kann Ihr Baby mit der Familie essen?

Etwa gegen Ende des 1. Jahres lernt Ihr Baby mit der Familie zu essen. Bereiten Sie das Essen ungewürzt zu. Entnehmen Sie die Portion für Ihr Kind und geben Sie Salz und Gewürze für den Rest der Familie erst anschließend zu.

Kleinkind isst mit den Haenden Gemuese

gut
zu
wissen:

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