Schule & Lernen
29. Apr. 2021
·
6 Minuten Lesezeit

Berufswahl bei Jugendlichen: Wie Eltern unterstützen können

Ein Beitrag von:
Bettina Mandl
Bettina Mandl
Kathrin Lendl
Kathrin Lendl
Artikelinfo:

In Österreich gibt es mehr als 2.000 Berufe, rund 200 davon sind Lehrberufe. Bestimmt ist auch für Ihr Kind der passende Beruf dabei. Lesen Sie hier wie Sie Ihr Kind am besten bei der Ausbildungs- und Berufswahl unterstützen. Denken Sie daran, dass Berufswege nicht immer linear sind, auch Umwege führen zum Ziel.

Die erste Berufs- oder Ausbildungswahl ist eine spannende Entscheidung. Eltern und Erziehungsverantwortliche sind die wichtigsten Vertrauenspersonen, die im Ausbildungs- und Berufswahlprozess maßgeblich unterstützen.

 

Dabei ist wichtig, dass Eltern die Vorstellungen und Berufswünsche ihrer Kinder und Jugendlichen ernst nehmen. Die Unterstützung sollte im Sinne einer Begleitung ohne Druck erfolgen. Bildungs- und Berufswahl ist ein Prozess, in dem viele Wege zum Ziel führen. Ist eine Entscheidung getroffen, so ist diese für drei bis fünf Jahre gültig. Danach öffnen sich wieder neue Chancen, denn das Bildungssystem in Österreich ist durchlässig und Berufsbiografien sind längst nicht mehr nur geradlinig.

 

Viele unterschiedliche Wege führen zu einem erfüllten Berufsleben. Es gibt außerdem zahlreiche Informations- und Beratungsmöglichkeiten, die Eltern und Kinder für diesen Entscheidungsprozess in Anspruch nehmen können.

Fähigkeiten, Stärken und Fertigkeiten erkennen

Beobachten und entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind dessen Stärken, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Berufs- oder Ausbildungswahl. Berufsorientierung beginnt daher nicht erst am Übergang von der Schule zum Beruf, sondern schon viel früher. Eltern unterstützen ihre Kinder, indem sie deren Begabungen erkennen und diese von klein auf fördern.

 

Unterstützung beim Entdecken von Fähigkeiten bieten Interessensprofile, Checklisten, Testungen etc. Entscheidend dabei ist, dass Eltern gemeinsam mit den Kindern die Ergebnisse dieser Tests besprechen und in die weiteren Überlegungen einfließen lassen.

  • Chancencheck der Schulpsychologie 
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Reden Sie über Lebensvorstellungen

Die Berufswelt hat sich in den letzten Jahrzehnen verändert. Viele neue Beruf sind dazukommen, andere nicht mehr aktuell. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass Eltern die Berufswünsche ihrer Kinder ernst nehmen und nicht aufgrund ihrer eigenen Einstellungen oder Erfahrungen werten. Vor- und Nachteile von Berufen und Lebensentwürfen sollen aufgezeigt und besprochen werden. Oft zeigen sich bei genauer Betrachtung bessere Alterativen und neue oder verwandte Berufsbilder.

 

Auch Erzählungen aus dem Berufsleben und der Arbeit der Eltern bzw. von Freund*innen und Bekannten sind für Kinder eine wertvolle Unterstützung im Berufswahlprozess.

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Als Eltern müssen Sie selbst keine Expert*innen in der Bildungs- und Berufsorientierung sein, sondern vielmehr Begleiter*innen, die unterstützen, nachfragen, Chancen erkennen und Selbstständigkeit fördern.

Bildungs- und Berufsorientierung in der Schule

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Bildungs- und Berufsorientierung in der Schule. In Österreich ist Bildungs- und Berufsorientierung in der 7. und 8. Schulstufe als verbindliche Übung gesetzlich verankert. Viele Maßnahmen von Testungen über Betriebsbesuchen bis hin zu Berufspraktischen Tagen werden über die Schulen absolviert.

 

Für den Ausbildungs- und Berufswahlprozess ist von großem Mehrwert, wenn die Erfahrungen aus der Schule auch zuhause mit den Eltern besprochen und bei Entscheidungen berücksichtigt werden.

  • Das ibobb-Portal bietet interessante Informationen auch für Eltern 

  • Mit der AusBildung bis 18 wird sichergestellt, dass alle Jugendlichen in Österreich bis zu ihrem 18. Geburtstag in die Schule gehen oder eine Lehre machen und so gut ins (Berufs)-Leben starten können.

Angebote nutzen

Nutzen Sie (gemeinsam mit Ihrem Kind) Angebote zur Bildungs- und Berufsorientierung bzw. ermutigen Sie Ihr Kind, Angebote anzunehmen.

 

Es gibt ein sehr großes und breites Angebot an Bildungs- und Berufsorientierungsmaßnahmen. Neben den Angeboten in der Schule bieten öffentliche Beratungsstellen, (virtuelle) Bildungsmessen oder „Tage der offenen Tür“ z.B. von Schulen Möglichkeiten zur umfassenden Information. Viele Beratungsstellen bieten auch kostenlose Berufsberatung für Jugendliche und Eltern an.

Den passenden Weg finden

Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Entscheidungen zu treffen und einen passenden Weg zum Wunschberuf zu finden. Nachdem die Richtung festgelegt wurde, geht es darum den passenden Weg zum Wunschberuf zu finden. Nach der Pflichtschule stehen in Österreich sehr viele Weg offen. Lehre, berufsbildende mittlere oder höhere Schule, AHS,... sehr viele Wege führen zum Ziel – eine Übersicht zum Bildungssystem in Österreich zeigt die verschiedenen Möglichkeiten.

Typische Frauenberufe und Männerberufe gibt es nicht!

FRauenberufe? Männerberufe?

Ermutigen Sie Ihr Kind, bei der Berufswahl über den Tellerrand zu blicken. Junge Frauen und junge Männer (und deren Eltern) orientieren sich bei der Wahl ihres Berufes auch heute noch stark daran, ob es sich um einen traditionellen Frauen- oder Männerberuf handelt. Dies hat zur Folge, dass Potentiale und persönliche Fähigkeiten oft nicht genutzt werden und es zu Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen kommt. Festgefahrene Vorstellungen und (empfundene) gesellschaftliche Vorgaben darüber, was „männlich“ und was „weiblich“ ist, hindern junge Menschen oft an einer entsprechenden Berufswahl.

DANKE:

Dieser Beitrag wurde auf Initiative der Regionalen Koordinatorinnen für Bildungs- und Berufsorientierung der Steiermark (gefördert Land Steiermark, A6, FA Gesellschaft) erstellt.

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