Gewalt
24. Okt. 2022
·
3 Minuten Lesezeit

Was tun, wenn mein Kind andere schlägt?

Geschrieben von:
Elternseite Redaktion
Elternseite Redaktion
Artikelinfo:

Wenn das eigene Kind gegenüber anderen Kindern handgreiflich wird, z.B. indem es haut, schubst, zwickt oder beißt, ist das für die Eltern eine schwierige Situation. Ihr Sohn oder ihre Tochter wendet Gewalt an, das erleben Eltern möglicherweise als Schock. Wie kann man gut reagieren?

Gleich vorweg: Ihr Kind ist nicht “schlecht” oder gar “böse”, wenn es mit Gewalt reagiert. Vielleicht fühlt sich Ihr Kind verzweifelt, ängstlich, hilflos oder einfach wütend. Und das sind normale Gefühle. Wichtig ist es, für diese Gefühle einen guten, gewaltfreien Umgang zu finden.

Auslöser erkennen

Versuchen Sie, die Gefühle und Situationen zu verstehen, in denen sich Ihr Kind gewalttätig verhält. Ein Beispiel: Wenn Ihr Kind Gewalt gegen die eigene Schwester oder den eigenen Bruder anwendet, dann kann es sein, dass es eifersüchtig ist oder sich ungerecht behandelt fühlt. Vielleicht wünscht sich Ihr Kind mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit, und weiß nicht, wie es diese einfordern könnte.

 

Gerade bei kleineren Kindern können oft auch einfach Müdigkeit oder Hunger der Auslöser sein. 

Hinter Gewalt steckt oft ein unerfülltes oder unerkanntes Bedürfnis.

gefühle benennen

Ein guter Tipp ist es, sich die Situation aus der Sicht Ihres Kindes erklären zu lassen, nachdem es sich beruhigt hat. Sie können nachfragen, wie es sich in dieser Situation gefühlt hat und dabei helfen, diese Gefühle zu benennen, z.B. so: "Kann es sein, dass es dich gekränkt hat, als ... dich nicht mitspielen lassen wollte?"

Erkennen Sie die Gefühle Ihres Kindes an und versuchen Sie, diese nicht zu bewerten.

alternativen finden

Sprechen Sie dann mit Ihrem Kind darüber, was helfen kann, um mit schwierigen Gefühlen ohne Gewaltanwendung umzugehen. Sagen Sie Ihrem Kind, welches Verhalten als Reaktion auf starke Gefühle in Ordnung ist und welches nicht. Erklären Sie auch, warum das so ist. Erarbeiten Sie alternative Möglichkeiten, um angestauten Gefühlen ein Ventil zu geben. Beispielsweise könnte Ihr Kind bei heftiger Wut auf seine Geschwister in einen Polster beißen; oder statt mit Tellern, mit Stofftieren werfen.

Kinder streiten und werden dabei handgreiflich

grenzen geben halt

Grenzen setzen ist wichtig, denn Grenzen geben Kindern Sicherheit. Halten Sie diese Grenzen auch so gut wie möglich ein, sodass Ihr Kind Ihre Worte ernst nehmen kann. Gegengewalt ist keine Lösung für Gewalt. Im Gegenteil, diese wird das Problem nur verschlimmern. Versuchen Sie, ein Vorbild für Ihr Kind zu sein und zeigen Sie ihm, wie es auf schwierige Situationen und Gefühle gewaltfrei reagieren kann.

geht's mama/Papa gut, 

geht's allen

gut.

Schauen Sie auch auf sich. Wenn es Ihnen gut geht, können Sie leichter einen kühlen Kopf bewahren und Ihrem Kind besser helfen, mit schwierigen Situationen gut umzugehen.

zusammengefasst gilt:

  • Versuchen Sie, die Gefühle und Bedürfnisse, die hinter der Gewalt stehen, zu verstehen
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind und lassen Sie sich die Situation aus seiner Sicht erklären
  • Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind gewaltfreie Lösungen, um mit schwierigen Situationen und Gefühlen umzugehen.
  • Setzen Sie klare Grenzen.
  • Achten Sie auch auf Ihr eigenes Wohlergehen.

online-videoberatung

Ein Gespräch kann entlasten. Wenn Sie sich zusätzliche Unterstützung holen möchten, stehen wir Ihnen mit individueller Online-Video-Beratung zur Seite. 

das könnte sie auch interessieren:

Krisen

Vom Umgang mit Wut und Ärger

Die Ausnahmesituation Corona-Pandemie ist nicht neu, sondern schon Alltag. Aber das macht es natürlich nicht besser. Manche Kinder und Jugendliche reagieren mit Traurigkeit, andere mit Frustration, Ärger und Aggressionen. Was kann man also tun, um mit einem Wutanfall besser zurecht zu kommen?