Alltag
01. Dez. 2020
·
6 Minuten Lesezeit

Struktur im Lockdown-Alltag – mit einem Wochenplan

Ein Beitrag von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Artikelinfo:

Schule, Kinder und Arbeit zu Hause – wie sollen Sie das alles schaffen? Das Festlegen einer Wochenstruktur kann helfen, die Tage besser zu nützen.

Vielen Familien fehlt es, dass sie keinen vorgegebenen Tagesablauf mehr haben. Schule, Kindergarten und Arbeit, alles findet jetzt an einem Ort, nämlich zuhause, statt. Man kann man sich die Zeit jetzt variabel einteilen, muss aber gleichzeitig durchgehend für die Betreuung der Kinder sorgen. Um bei all den unterschiedlichen Anforderungen das Stress-Level nicht zu sehr in die Höhe zu treiben, kann ein gemeinsamer Wochenplan helfen.

Tagen Sie im Familienrat!

Machen Sie es sich zur neuen Gewohnheit, die Woche an einem festgelegten Tag, z.B. Sonntagabend oder Montagmorgen, zu planen und ein paar Fixpunkte festzulegen. Alle Familienmitglieder können Idee, Vorschläge und Wünsche einbringen. Bei der Entscheidung sollten die Eltern darauf schauen, was Sinn macht und auch gut durchführbar ist.

 

Wichtig ist eine Grundstruktur für den Tagesablauf: jeden Tag zur selben Zeit aufstehen und ins Bett gehen, sowie feste Zeiten für die gemeinsamen Mahlzeiten festlegen. Natürlich wird die Umsetzung nicht immer zu hundert Prozent klappen! Aber es kann helfen, eine Orientierung zu haben, die man zu erfüllen versucht. Achten Sie darauf, deutlich zwischen Werktagen und Wochenende zu unterscheiden.

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Die Eltern können jeweils am Vorabend konkret den nächsten Tag planen: Wer muss wann arbeiten? Wie kann man sich das am besten aufteilen? Wer kann was übernehmen? Wie kann man sich gegenseitig Freiräume schaffen? Gerade bei Home-Office ist wird man dazu verleitet, nie ganz mit der Arbeit fertig zu sein. Klar festgelegte Arbeitszeiten können dem entgegenwirken. Schalten Sie bewusst den Laptop aus und legen Sie ihn außer Sichtweite. Vergessen Sie nicht, Pausen zu machen!

IDeen für die Wochentage

Vormittag

Wenn die Kinder aufgestanden sind und sich im Bad fertiggemacht haben, kann man bei einem gemeinsamen Frühstück in den Tag starten. Danach können die Kinder in einem festgelegten Zeitblock ihre Schulaufgaben bearbeiten. Kindergartenkinder können vielleicht etwas basteln oder zeichnen – Anregungen und Bastelvorlagen sind online in großer Auswahl zu finden. Bei einigen Familien unterstützen die Großeltern virtuell die Kinder beim Lernen oder beschäftigen kleinere Kinder über eine gewisse Zeit hinweg.

 

Nach getaner Arbeit könnten Sie bis zum Mittagessen eine Pause machen. Vielleicht ist es Zeit für ein bisschen Bewegung, um den Kopf wieder frei zu bekommen? Im Internet werden auch viele Gratissportprogramme für Kinder angeboten.

Nachmittag

Ohne Ablenkung und Abwechslung von außen können die Tage lang werden. Ein Tipp: Planen Sie beim gemeinsamen Erstellen des Wochenplans Aktivitäten für die Nachmittage. Überlegen Sie mit Ihren Kindern, was ihnen Freude macht. Lassen Sie sich nicht vom feuchtkalten Wetter stoppen: Es tut allen gut, zumindest ein bisschen nach draußen zu gehen und im Park oder Garten frische Luft zu schnappen. Für die Nachmittage zu Hause können Sie sich je nach Alter der Kinder unterschiedliche Aktivitäten überlegen. Beispiele sind:

  • Ein Spielenachmittag mit Brettspielen und Puzzles. Wer von den eigenen Spielen genug hat, kann auch ein Tausch-Paket für Freunde zusammenstellen. Oder man probiert das gute, alte „Schiffchen versenken“ mit Stift und Papier…

  • Probieren Sie einen wöchentlichen Kreativ-Tag mit Bastelprojekt oder Mal-Aktivität!

  • Wie wäre es mit einem Haushalts-Tag? Sie könnten z.B. gemeinsam die passenden Deckel zu allen Plastikdosen in der Küchenlade finden. Oder Sie sortieren mit Ihrem Kind die Wintergarderobe – was passt noch, was ist zu klein geworden?

  • Ein Naturtag: Wenn Wetter, Zeit oder Nerven eine Aktivität im Freien nicht zulassen, können Sie zum Beispiel aus Tannenzweigen eine vorweihnachtliche Dekoration basteln.

Abend

Eine schöne Idee ist, dass man sich gegenseitig sagt, wofür man heute dankbar ist – zum Beispiel, wenn alle zum Abendessen zusammenkommen. Das hilft uns, unseren Blickwinkel in schwierigen Zeiten ein bisschen zu verändern. Und man merkt erst, dass doch auch Erfreuliches passiert!

 

Wenn der Tag zu Ende geht, helfen Einschlafrituale, um für entspannten Schlaf zu sorgen. Legen Sie Schlafenszeiten fest und fangen Sie früh genug damit an, dass sich die Kinder fürs Bett fertig machen. Gute-Nacht-Geschichten können an manchen Tagen vielleicht auch von den Großeltern über einen Videoanruf vorgelesen werden. Wenn Ihre Kinder das mögen, kann man auch einen angenehmen Duft auf den Polster sprühen, wie z.B. Lavendel, und ihnen ein Nachtlicht anmachen, um eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen und noch ein bisschen kuscheln.

am

wochenende

Wie auch bisher unterscheidet sich das Wochenende durch weniger Struktur und Verpflichtungen. Beispielsweise können alle so lange ausschlafen, wie sie wollen, dann gibt es ein ausgedehntes Frühstück im Pyjama und sie können dann gemeinsam etwas spielen. Am Nachmittag kann man vielleicht etwas besonderes miteinander planen, was alle gerne haben. Beispielweise könnten Sie gemeinsam Pizza backen – oder beim Lieferservice eine Pizza bestellen.

 

Wenn man den Medienkonsum unter der Woche konsequent beschränkt, ist es auch für Eltern am Wochenende durchaus erholsam, den Kindern einen halben Tag Bildschirmzeit nach Lust und Laune zu ermöglichen. Oder Sie sehen sich gemeinsam einen Film an?

 

Alles, was gute Laune macht und für einen Unterschied zum „normalen“ Wochentag sorgt, ist ok: Beispielweise kann man gemeinsam einen Sonntagskuchen backen, das „besondere“ Geschirr verwenden, Blumen auf den Tisch stellen oder … ?

 

Viel Spaß beim Gestalten eines Wochenplans!

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