Anlässe
25. Okt. 2022
·
5 Minuten Lesezeit

Halloween - was ist der Reiz am Grusel?

Geschrieben von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Artikelinfo:

Freut sich Ihr Kind auch schon so auf Halloween? Und wie geht es Ihnen als Eltern damit? Warum Gruseln Spaß machen kann und was zu einem gelungen Fest dazugehört - unsere Tipps für Eltern und Bezugspersonen ohne Halloween-Erfahrung aus der eigenen Kindheit.

Es gibt Feste im Jahreskreis wie Ostern, Nikolo, Weihnachten und Silvester, die viele von uns bereits aus der eigenen Kindheit kennen. Bei diesen Festen haben wir eine Vorstellung, was der Hintergrund für das Fest ist und was zu einer gelungenen Feier dazugehört. Und dann ist da Halloween, das vermutlich in Ihrer Kindheit keine Rolle gespielt hat (wenn Sie diese nicht gerade in den USA verbracht haben).

 

Das hat sich geändert: Heute ist für viele Kinder und Jugendliche Halloween ein wichtiger Anlass, so richtig zu feiern

Hallo-wie? 

Manche Eltern und Bezugspersonen wie z.B. die Großeltern finden Halloween gut und freuen sich  darauf, ausgelassen zu feiern. Anderen erleben es vielleicht anders und verstehen den Kult aus Amerika weniger. Auch wenn Sie eher zur zweiten Gruppe gehören, ist es wichtig, auf die Bedürfnisse Ihres Kindes oder Ihrer Kinder Rücksicht zu nehmen und Verständnis zu zeigen. Es ist eben heute so, dass Halloween präsent ist und die Kinder kennen es nicht anders.

 

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie aber eigentlich nicht wissen, was zu einer Festgestaltung gehört, nützen Sie doch die Gelegenheit, das eigene Kind zu befragen. Was ist Ihrem Kind beim Feiern wichtig? Was gehört dazu? Lassen Sie sich von Ihrem Kind erklären, was es an dem Fest begeistert.

Was gehört zu einer Halloween-Feier dazu?

Für manche Kinder und Jugendliche ist das Klopfen an fremde Türen mit der Aufforderung „Süßes – oder es gibt Saures“ das Highlight an Halloween. Sie haben viel Spaß daran, gemeinsam in der Gruppe loszuziehen und etwas Aufregendes zu erleben. Am späten Nachmittag oder Abend des 31. Oktober ziehen sie in Verkleidung herum und kehren am Ende mit vielen Süßigkeiten zurück. Dies Aussicht ist natürlich für die meisten Kinder sehr verlockend.

 

Aber auch an den Tagen rund um den 31. Oktober finden mittlerweile auch in Österreich zahlreiche Halloween-Feiern statt – mit Programmpunkten wie Kürbisschnitzen, Verkleiden, Schminken und  Lagerfeuer. Halloween kann man bei einer Veranstaltung feiern, oder zuhause, mit Familie oder Freund*innen. Es kann sehr entlastend sein, dass man hier ein Fest feiern kann, bei dem nicht so starre Standards beachtet werden müssen und dass man deshalb gelassener angehen kann.

Während Weihnachten durch viele Traditionen und hohe Erwartungen sehr festgelegt und für viele stressig ist, kann Halloween viel flexibler begangen werden.

Was ist der Reiz am Grusel?

Wesentlicher Bestandteil von Halloween ist das Gruselige, Unheimliche. Verkleiden gehört zu Halloween dazu, und auch die Kostüme dürfen gerne "düster" ausfallen, z.B. eben Hexen, Fledermäuse, Geister, Vampire usw.


Die Kürbisgesichter sind wilde Fratzen mit spitzen Zähnen und die gesamte Fest-Dekoration darf schaurig-düster sein. Was macht die Freude an der Furcht aus?


Dahinter steckt eine Reaktion unseres Körpers. Wenn wir Angst verspüren, schlägt das Herz schneller, Adrenalin wird ausgeschüttet. Gleichzeitig wissen wir aber beim Feiern (wie auch, wenn wir z.B. einen gruseligen Film ansehen), dass die Bedrohung nicht echt ist. Wir können uns entspannen. Dieses Gefühlschaos kann sich für manche von uns belebend und angenehm anfühlen – eben die Lust an der Angst.

Aber natürlich gilt: Das ist individuell unterschiedlich. Bei manchen sind die gedanklichen Vorstellungen und das Angstgefühl  intensiver und können vielleicht sogar den Schlaf beeinträchtigen, bei anderen macht sich  das weniger bemerkbar.  Nicht jedem macht Gruseln Spaß. Manche mögen es eben nicht oder lieber "harmloser" – das ist genauso in voll in Ordnung. 

Halloween-Kürbisse mit geschnitzten Gesichtern die von innen leuchten

Wichtig ist, darauf zu achten, was einem persönlich gut tut. 

Die Angstempfindung ist auch nicht jeder Lebensphase gleich. Jugendliche brauchen oft mehr Nervenkitzel, um einen Kick zu verspüren. Denn der Nucleus accumbens, der das Streben nach Belohnung mitsteuert, ist bei Pubertierenden viel träger als bei Erwachsenen und Kindern. 

 

In der Pubertät geht es ja auch viel darum, sich selbst auszuprobieren und Erfahrungen in einer Gruppe von Gleichaltrigen zu machen. Also haben Partys und feiern natürlich auch mehr soziale Bedeutung und sind spannend.

 

Je nach sozialer Situation und abhängig davon, wie ein*e Jugendliche*r in eine Gruppe eingebunden ist, kann es aber auch unangenehm empfunden werden.

Auch jüngere Kinder fühlen sich oft magisch vom Grusel angezogen, freuen sich, Angst zu überwinden und sind sehr stolz, wenn sie sich trauen, mutig zu sein. Sie sammeln auf diese Weise auch Erfahrungen, die sie in ihren Alltag mitnehmen können.

 

Es ist wichtig, darauf zu schauen, ob es dem Kind eben Freude macht oder eher Angst. Je nachdem kann man überlegen, ob und wie viel das Kind mitmachen will.

„Süßes oder Saures“ – an fremden Türen läuten

Was mache ich, wenn mein Kind verkleidet durch die Nachbarschaft ziehen möchte, um an fremden Türen nach Süßigkeiten zu fragen?


Es gibt kein pauschales Ja oder Nein auf die Frage, ob Sie das als Eltern erlauben sollten. Viel hängt auch davon ab, wo und in welcher unmittelbaren Umgebung Sie wohnen. Ja vertrauter man mit der Nachbarschaft ist, desto eher wird es möglich sein, Kindern diese Selbständigkeit zu ermöglichen. 


Wenn Sie unsicher sind, ob sich Ihre Kinder ohne erwachsene Begleitung auf den Weg machen dürfen, können Sie auch vorab gemeinsam eine bestimmte Route festlegen und z.B. 5 Haushalte überlegen, die man in der Gegend kennt, abgehen.


Wenn Sie zum der Einschätzung kommen, dass Ihr Kind nicht alleine bei Einbruch der Dämmerung unterwegs sein sollten bzw. das Alter dafür noch nicht erreicht hat, bietet sich als guter Kompromiss an, das Kind (oder eine Gruppe von mehreren Kindern, dann ist es lustiger) zu begleiten – oder am Nachmittag unterwegs zu sein, wenn es noch hell draußen ist.


Für ältere Kinder und Jugendliche, die alleine ohne erwachsene Begleitung losziehen möchten, sollten Sie gemeinsam Absprachen treffen. Das könnte etwa sein: Man ist nie alleine, sondern immer in Gruppen unterwegs. Ein Tipp ist auch, bei Haustüren darauf zu achten, ob eine Halloweendekoration zu sehen ist. Das ist ein zuverlässiger Hinweis darauf, dass das Einfordern von Süßem hier ok ist. Und dann heißt es: klingeln!

Wir wünschen allen Familien ein Happy Halloween!

war dieser artikel hilfreich?

Jeder Artikel auf der Elternseite ist das Ergebnis von sorgfältiger Recherche und Aufbereitung. Die Qualität aller Inhalte steht für uns im Fokus, verursacht aber natürlich auch hohen Aufwand und Kosten. Rat auf Draht ist großteils spendenfinanziert – wir freuen uns daher, wenn Sie unsere Arbeit mit einem Beitrag unterstützen möchten. Vielen Dank!