Erziehung
21. Feb. 2022

Konstruktiv streiten und versöhnen

Geschrieben von:
Corinna Harles
Corinna Harles
Artikelinfo:

In diesem Beitrag geht es darum, wie Sie als Eltern(-teil) einen konstruktiven Umgang mit Streit in der Familie finden können. Denn: Streit ist normal und gehört dazu.

Streit ist in unserer Gesellschaft oft nicht erwünscht und viele Menschen denken, er sollte besser nicht vorkommen. Tatsache ist: Streit kommt in jeder Familie vor und das ist völlig normal. Es ist sogar sehr wichtig!

 

Oft entstehen Konflikte dadurch, dass es unterschiedliche Wünsche oder Meinungen gibt. Auch wenn einem das vielleicht nicht immer bewusst ist: Es ist wichtig und gut, sich gegenseitig zu sagen, was man braucht und wie man sich fühlt. Und es ist auch wichtig, die Dinge im Streit miteinander auszudiskutieren. Denn so können gute gemeinsame Lösungen gefunden werden.

Kennen Sie eine Familie, in der nie gestritten wird?

Wie schafft man es also, Bedürfnisse so zu äußern, dass es nicht ausartet und man eine gemeinsame Lösung findet?

 

Hier sind unsere Tipps für Sie:

Hören 
Sie zu.

Wenn Sie sich wirklich Zeit nehmen und interessieren, fühlt sich Ihr Kind ernstgenommen. Er oder sie merkt, dass seine zw. ihre Gefühle und Wünsche Ihnen wichtig sind. 

Durch eine gute Vertrauens- und Gesprächsbasis ist es leichter, Konflikte miteinander zu lösen. Weil man sich von vorneherein sicherer fühlt, dass gemeinsame Lösungen auch möglich sind und man gerne aufeinander zugeht.

 

Was Sie beachten sollten, um eine gewaltfreie Kommunikation zu erreichen, haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

Auch
ausreden lassen 

gehört zum Zuhören dazu

Vorwürfe
vermeiden.

Wenn man sich gerade wirklich ärgert, ist es manchmal nicht leicht, darauf zu achten, wie man seinen Ärger zum Ausdruck bringt. Aber gerade dann ist es besonders wichtig, die eigene Sicht der Dinge in Ich-Botschaften zu formulieren.

 

Also anstatt: „Nie hast du Zeit für mich.“

Lieber: „Ich möchte so gerne mehr Zeit mit dir verbringen.“

So fühlt sich der andere weniger angegriffen und kann die Dinge besser annehmen. Das ist auch deshalb so wichtig, da wir oft Erklärungsmodelle haben, warum der andere etwas macht, die vielleicht nicht zutreffen.

Sagen Sie statt Vorwürfen lieber, was Sie sich wünschen.

Wechseln 
Sie Ihre Sichtweise.

Wichtig beim Lösen von Konflikten ist es, beide Seiten und Sichtweisen miteinzubeziehen. Sagen Sie, wie sich die Situation für Sie anfühlt und versuchen Sie auch, sich in das Gegenüber hinein zu versetzen. Wenn man die andere Sichtweise versteht und anerkennt, tut man sich leichter, einen Kompromiss zu finden.

Manchmal kann es trotzdem laut werden...

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das
kann
helfen:

Bevor Sie etwas sagen, dass Ihr Kind verletzt und Ihnen später leid tut: Versuchen Sie erst einmal, sich selbst zu beruhigen. Atmen Sie ein paar Mal tief durch und achten Sie darauf, dass Sie mit beiden Beinen fest am Boden stehen. Sie können auch kurz aus dem Raum gehen, wenn sie merken, dass Ihnen die Situation gerade zu viel wird und Sie sich selbst nicht mehr unter Kontrolle haben.

 

Sagen Sie Ihrem Kind dann aber auch, dass Sie wiederkommen.

 

Nach einem Streit hilft es, in Ruhe nachzubesprechen, was passiert ist. Jeder ist im Streit mal unfair. Überlegen Sie, wie genau es zu dem Streit gekommen ist und was Sie nächstes Mal besser machen können.

Die andauernde schwierige Situation durch die Corona-Pandemie ist eine große Belastung. Manche Kinder reagieren mit Traurigkeit, andere mit Ärger und Aggression. Wie Sie mit solchen Konflikten umgehen können, finden Sie zum nachlesen in diesem Beitrag über den Umgang mit Wut und Ärger

 

Was Sie nicht vergessen sollten: Es ist auch wichtig, sich wieder zu versöhnen! Eine Versöhnungsgeste kann gut helfen, wie zum Beispiel eine Umarmung.

Wenn Sie konstruktiv streiten wollen...

sollten Sie darauf achten:

Interesse
zeigen!
Ich-Botschaften
formulieren!
In das Gegenüber
einfühlen!
Kompromisse
finden!

Dieses Video und der dazugehörige Artikel sind Teil einer Serie, die in Zusammenarbeit mit wohlfühl-pool.at entstanden ist. Mit freundlicher Unterstützung von des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, der Gesundheit Österreich GmbH sowie dem Fonds Gesundes Österreich.