Beziehungen
28. Sep. 2020
·
3 Minuten Lesezeit

Wenn das eigene Kind andere mobbt

Ein Beitrag von:
Corinna Harles
Corinna Harles
Artikelinfo:

Was kann man tun, wenn der eigene Nachwuchs andere Kinder hänselt? Wir geben einige Tipps, wie Sie sich der Situation annehmen können.

Mit der Situation auseinandersetzen

Oft mag man als erstes einfach gleich einmal alles leugnen. Kann nicht glauben, dass das möglich ist. Doch es gilt, sich mit der Situation auseinanderzusetzen und konkret nachzufragen. Wie hat alles begonnen? Was ist bereits passiert? Welche Rolle nimmt das Kind ein?
 
Auch wenn es schwerfällt, sollte das Gespräch ohne Vorwürfe geführt werden. Es gilt zu vermitteln, dass man sein Kind weiterhin liebt und schätzt, allerdings das Mobbingverhalten klar ablehnt. Dass man da ist, um zu unterstützen, ein anderes Verhalten zu entwickeln.

Was steckt dahinter?

Es gilt herauszufinden, was hinter dem Mobbing steckt. Welchen Gewinn hat das Kind durch sein Verhalten? Denn es gibt Gründe, warum ein Kind mobbt. Häufig wird nach Anerkennung gesucht oder es probiert die Position in der Klasse zu stärken, in dem andere klein gemacht werden. Auch das Abreagieren von Wut kann ein Grund sein, für das unangepasste Strategien verwendet werden.

Seltener können Kinder das Verhalten anderer nicht richtig einschätzen und fühlen sich tatsächlich bedroht. Das Mobbing wird dann zum Mittel, um sich zu verteidigen. Das kann etwa eine Situation sein, in dem ein Mitschüler beim Vorbeigehen unabsichtlich anstreift, und dies aber als Provokation erlebt wird.

Lösungen finden

Kennt man die Motive, kann man versuchen, andere Lösungen zu finden. Beispielsweise Sport, um Wut abzubauen, Wettbewerbe, um sich zu messen, Trainings zur sozialen Kompetenz. Dabei braucht es oft Unterstützung. Helfen können z.B. (Schul-)PsychologInnen oder SchulsozialarbeiterInnen bzw. Gruppen, in denen Kinder gemeinsam neue Verhaltensweisen lernen.
 
Kindern und Jugendlichen ist oft nicht klar, wie sehr ihr Verhalten andere verletzt. Fragen Sie nach, was Ihr Kind denkt und helfen Sie ihm beim Einfühlen. Machen Sie klar, was andere in so einer Situation fühlen. Es gibt auch Videos in YouTube, die dabei helfen können.
 
Überlegen Sie gemeinsam, was eine Art Wiedergutmachung dem Opfer gegenüber sein kann.


Zusammengefasst, geht es nicht um Strafen, sondern um Unterstützung, sein Verhalten ändern zu können, null Toleranz weiteren Mobbinghandlungen gegenüber und ein klares Zeichen dem Gemobbten gegenüber, dass man ihn ab sofort respektvoll behandeln wird.