Entwicklungsphasen
07. Feb. 2022
·
7 Minuten Lesezeit

Hilfe, mein Kind ist in der Pubertät

Geschrieben von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Artikelinfo:

Verständnis zeigen, gemeinsam passende Freiräume und Grenzen aushandeln und dem Kind erlauben, eigene (auch negative) Erfahrungen zu machen: Lesen Sie hier, was helfen kann, wenn Ihr Kind gerade in der herausfordernden Phase der Pubertät steckt. 

Ist Ihr ursprüngliches fröhliches und ausgeglichenes Kind plötzlich wie ausgewechselt? Bestimmen Stimmungsschwankungen und Streit Ihrem Familienalltag? Hat Ihr Kind neue Interessen und findet Sie plötzlich peinlich?

Herzlichen Glückwunsch:

Ihr Kind ist in der Pubertät!

Denn diese Veränderungen sind völlig normal und sogar sehr wichtig! Auch, wenn es sich vielleicht nicht immer so anfühlt.

 

Wenn Kinder erwachsen werden, müssen sie sich von ihren Eltern ablösen und neue, eigene Dinge ausprobieren. Natürlich können Sie als Eltern nicht einfach alles erlauben. Versuchen sie aber Grenzen zu setzten und gemeinsam passende Freiräume auszuhandeln.

 

Das hört sich einfach an, ist aber im Alltag schwer umzusetzen? Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, die das Zusammenleben erleichtern sollen.

Verständnis 
hilft

Es ist normal, dass die Hormonumstellung und die körperlichen Veränderungen auch die Stimmung beeinflussen. Rufen Sie sich ins Gedächtnis, dass das Gehirn in der Pubertät einer Großbaustelle gleicht. Ihr Sohn oder Ihre Tochter steckt gerade sehr viel Energie in die „Umbauarbeiten“ vom Kind zum Erwachsenen.

 

Erinnern Sie sich an Ihre eigene Pubertät. Wie haben Sie sich damals gefühlt? Was hätten Sie sich von Ihren Eltern gewünscht?

Gemeinsames 
Aushandeln

Handeln Sie miteinander Freiräume und Grenzen aus – passend dazu, wie selbständig Ihr Kind gerade ist. Achten Sie darauf, eigene Erfahrungen zu ermöglichen, aber vor Dingen zu schützen, die Ihrem Kind vielleicht noch zu viel sind. Bedenken Sie, dass sich das immer wieder schnell ändern kann, weshalb neues Aushandeln notwendig wird.

 

Überlegen Sie auch, wo es sich zu streiten lohnt, und wo es auch mal besser ist, gelassen zu bleiben. Damit es insgesamt nicht zu viel wird und ihr Kind nicht anfängt, sich zurückzuziehen. Dass es trotzdem manchmal schwierig werden kann, ist völlig normal. Das Wichtigste ist, dass Ihr Kind mit Ihnen im Gespräch bleibt.

Negative Erfahrungen 
gehören dazu

Selbstständigkeit muss man lernen. Auch wenn es nicht einfach ist: Als Eltern gehört es für Sie dazu, auszuhalten, dass manches danebengeht. Dadurch ermöglichen Sie ihrem Kind, eigene Erfahrungen zu machen, Verantwortung zu übernehmen, die eigenen Stärken und Schwächen besser einschätzen zu lernen und auch mit Misserfolgen umzugehen.

 

Das sind wichtige Fähigkeiten, um sich im Leben zurechtzufinden. Sie können Ihr Kind nicht vor allem beschützen, aber Sie können durch Ihr Vertrauen stärken.

Dieses Video und der dazugehörige Artikel sind Teil einer Serie, die in Zusammenarbeit mit wohlfühl-pool.at entstanden ist. Mit freundlicher Unterstützung von des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, der Gesundheit Österreich GmbH sowie dem Fonds Gesundes Österreich.