Krisen
22. Juli 2021
·
4 Minuten Lesezeit

Wie erziehe ich mein Kind zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol?

Ein Beitrag von:
Corinna Harles
Corinna Harles
Artikelinfo:

Wenn es darum geht, Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu erziehen, so gilt: Was Sie als Eltern tun, ist noch wichtiger, als was Sie sagen! Was damit gemeint ist, können Sie hier nachlesen.

Kinder werden in ihrer Einstellung zu Alkohol durch das geprägt, was sie in ihrem Umfeld beobachten. Selbstverständlich sind Erwachsene nicht perfekt, es geht viel mehr um eine Grundhaltung. Sie geben Ihrem Kind durch das, was Sie vorleben, viel mit. 

 

Der Nachwuchs nimmt Sie nur dann ernst, wenn Sie das, was sie fordern, auch selbst einhalten. Oft fallen ganz nebenbei Sätze - "Anstoßen kannst ja wenigstens mit uns." - "Der Tag war furchtbar, jetzt brauch ich ein Glas Wein." Kinder haben feine Antennen, sie lernen, dass "Nein sagen" nicht akzeptiert wird bzw. Alkohol entspannen oder trösten kann. Es lohnt sich, den eigenen Umgang mit Alkohol zu reflektieren.

"ALKohol-Erziehung" -

EIn paar

Tipps:

#Tipp 1: Alkohol als Genussmittel

Alkohol ist ein Genussmittel. Es wird zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder als Begleitung zu gutem Essen konsumiert.

 

Umgekehrt sollten auch auf Festen antialkoholische Getränke selbstverständlich sein. Die Botschaft "Feiern kann man auch ohne Alkohol" muss klar sein.

#Tipp 2: GRENZEN

Es gibt klare Grenzen im Umgang mit Alkohol. Auch Erwachsene können "Nein" zu Alkohol sagen: "Ich trinke heute keinen Alkohol, ich bin mit dem Auto da."

#Tipp 3: ÜBer den DURST

Vermitteln Sie durch Ihr Vorbild, dass Alkohol kein Durstlöscher ist: "Danke, kein Bier! Ich habe riesen Durst, bitte Wasser."

JUgendliche und alkohol

Jugendliche probieren Alkohol aus. Das ist normal und auch Voraussetzung, um einen verantwortungsvollen, am Genuss orientierten Umgang zu lernen. Die ersten Erfahrungen werden meist im Alter von 12-13 Jahren gemacht. Ein generelles Verbot ist unrealistisch. Es gilt Informationen und Orientierung in Form von klaren Richtlinien zu geben und dabei weder zu dramatisieren, noch zu verharmlosen.

  • Informieren Sie über Wirkungsweisen und Risiken. Versuchen Sie ruhig und sachlich zu bleiben.

  • Leiten Sie an, Freunde im Blick zu haben. Erklären Sie, was ein Notfall und wie zu reagieren ist: Stabile Seitenlage, Erbrochenes entfernen, 144 wählen.

  • Geben Sie klare Regeln vor, z. B.: Kein Moped/Autofahren unter Alkoholeinfluss. Niemals mit Betrunkenen mitfahren.

  • Machen Sie Mut zu Selbstbewusstsein! Jugendliche müssen lernen, dass sie ein Recht haben, "Nein" zu sagen und echte Freunde das akzeptieren.

  • Seien Sie da, wenn sich Ihr Kind im Notfall vertrauensvoll an Sie wendet.

MEIN kind im alkoholrausch: Wie reagiere ich?

Ihr Kind kommt nach Hause und ist betrunken? Zunächst: Zeigen Sie, dass Sie froh sind, dass es gesund zu Hause ist. Nützen Sie erst den nächsten Tag für ein Gespräch. Verzichten Sie auf Vorwürfen, fragen Sie stattdessen nach, wie es dazu kam und erklären Sie, welche Sorgen Sie sich machen.

 

Achtung: Schmunzeln über den "ersten Rausch" verstärkt das Verhalten und zeigt vor allem, dass Sie keine klare Haltung zu diesem Thema haben.

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