Krisen
15. Dez. 2020
·
8 Minuten Lesezeit

Wie überstehe ich die Quarantäne?

Ein Beitrag von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Corinna Harles
Corinna Harles
Artikelinfo:

Was, wenn das Testergebnis auf COVID-19 positiv ist? Auch wenn Corona glücklicherweise bei jüngeren Menschen oft mild verläuft, gilt: Quarantäne. Wir unterstützen mit Tipps, wie man diese Zeit gut überstehen kann und wie man Kontaktpersonen die schlechte Nachricht überbringt.

Mit dem Lockdown kennen wir uns nun schon ein bisschen aus. Viele kennen wahrscheinlich auch das Gefühl, wenn man sich bei diffusen Erkältungssymptomen unsicher ist: Könnte es Corona sein? Oder doch nicht? Soll man sich testen lassen? Wenn man sich testen lässt, wartet man oft lange auf die Testung und dann auf das Ergebnis. Das kostet viele Nerven und man ist sehr erleichtert, wenn man endlich das Ergebnis erhält und negativ ist. Aber was, wenn es plötzlich heißt: Corona-positiv!

 

Glücklicherweise verläuft die Krankheit bei Menschen jungen und mittleren Alter oft mild. In jedem Fall bedeutet ein positives Testergebnis aber: Quarantäne. Quarantäne kann auch die Zeit betreffen, in der man als Verdachtsfall auf die Testung und das Ergebnis wartet.

 

Was, wenn das Testergebnis auf COVID-19 positiv ist? Auch wenn Corona glücklicherweise bei jüngeren Menschen oft mild verläuft, gilt: Quarantäne. Wir unterstützen mit Tipps, wie man diese Zeit gut überstehen kann und wie man seinen Kontakten die schlechte Nachricht  überbringen kann.

Genauere Informationen dazu, ab wann man in Quarantäne muss, wer alles in Quarantäne gehen muss, wie die Abläufe mit den Behörden sind und was sonst noch zu beachten ist, finden Sie hier.

 

Informieren Sie sich bei Fragen dazu unbedingt auch auf der Seite des Gesundheitsministeriums über den aktuellen Stand der Dinge, da sich die Situation immer wieder ändert.

Unsere Durchhalte-Tipps

Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, die helfen sollen, nicht zu verzweifeln. Tatsächlich an Corona erkrankt zu sein, kann viele Ängste auslösen. Um Unsicherheiten zu reduzieren, will man oft mehr Informationen haben. Krankheiten zu googeln ist allerdings wirklich nicht hilfreich! Oft stößt man bei der Suche auf alle möglichen Risiken, die sich ergeben können und man liest am Ende viele Schreckensnachrichten. Dadurch steigt nur die Angst und selten trifft tatsächlich etwas auf einen selbst zu. Wenn die Erkrankung schlimmer wird, man sich unsicher fühlt, Befürchtungen oder Ängste hat, ist es besser, direkt seinen Arzt zu kontaktieren. Man kann auch bei der 1450 nachfragen und sich wichtige Telefonnummern, wie die Rettung, für den Notfall auf einen Zettel aufschreiben oder ins Handy einspeichern. Manchmal geht es mehr um die Beruhigung der Ängste als um die Symptome der Krankheit, dann kann man auch Hilfe bei einem entlastenden Gespräch suchen.

Wir bieten dafür Termine nach Vereinbarung an.

Corona-Sorgenhotline der Stadt Wien 01 / 4000 5300 (täglich 8-20 Uhr)

 

Ages.at / Coronavirus 0800 555 621

 

Telefonseelsorge 142

 

Böp Helpline 01 504 8000 (täglich von 9-20 Uhr)

 

Psychotherapie Helpline 0720 12 00 12 (täglich von 8-22 Uhr)

 

Ö3 Kummernummer 116 123 (täglich von 16-24 Uhr)

 

In der Quarantäne darf man gar nicht hinaus. Da kann sich leicht ein Gefühl des Eingesperrtseins einstellen. Sie spüren Beklemmungsgefühle oder sind sehr frustriert? Wie kann man damit am besten umgehen? Bei starken Beklemmungsgefühlen ist es wichtig, sich erst einmal ein bisschen zu beruhigen. Hierbei kann es helfen tief in den Bauch zu atmen und dann zumindest kurz mit einer nahestehenden Person zu reden oder zu schreiben. Vielleicht hilft es auch mit den Kindern zu kuscheln oder wenigstens ein Fenster zu öffnen, um sich nicht ganz so eingesperrt zu fühlen.

  • #Ablenkung

    Eine Möglichkeit ist, sich abzulenken. Da man sowieso mit der ganzen Familie oder zumindest mit dem Kind zu Hause ist, kann man etwas Schönes gemeinsam machen. Je nachdem, wie alt das Kind oder die Kinder sind, wie fit man sich fühlt und was der Familie Freude macht.

  • #Countdown

    Wer mag, kann auch einen Kalender machen, wie lange die Quarantäne noch dauert. Jeder geschaffte Tag wird gemeinsam ausgemalt oder durchgestrichen. So können sich Kinder und Erwachsene ein Bild machen, wie lange es noch dauern wird und, dass die Tage weniger werden. Schmieden Sie gemeinsam Pläne, was man schönes zusammen oder alleine unternehmen wird, wenn die Quarantäne vorbei ist.

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  • #Perspektivenwechsel

    Vielleicht hilft auch ein Perspektivenwechsel: Was für Freiheiten hat man trotz der Quarantäne? Gibt es vielleicht jemanden im Bekannten- oder Freundeskreis, der auch schon eine Quarantäne durchstehen musste und mit dem man sich austauschen kann?

  • #Unterstützung holen

    Unterstützung ist jetzt wichtig! Überlegen Sie, wen aus ihrer Familien und von Ihren Freunden Sie bitten wollen, für Sie einzukaufen. Vielleicht gönnen Sie es sich auch, Essen zu bestellen oder im Onlinesupermarkt einzukaufen. Tun Sie sich etwas Gutes! Und machen Sie sich klar: Auch die Quarantäne geht zum Glück wieder vorbei.

So leicht, wie möglich…

Um die Situation zu entspannen, ist es wichtig, extra freundlich mich sich, dem Partner und den Kindern zu sein. Alles, was stressig ist, sollte möglichst reduziert werden. Also: einfache Gerichte kochen, Aktivitäten zu Hause machen, die sicher gelingen und daher erfolgsversprechend sind, nachsichtiger sein mit der Bildschirmzeit der Kinder. Gerade, wenn man sich auch noch krank fühlt, überlegen, wie man sich als Eltern abwechseln und so für gegenseitige Auszeiten sorgen kann. Vielleicht können auch die Großeltern die Kinder über Videotelefonie eine Zeit lang beschäftigen. Wenn die Kinder viel Energie haben, kann möglicherweise eine kindersichere Ecke zum Toben hergerichtet werden oder die Kinder können Tanz- oder Sportvideos machen, um Energie abzubauen. Wenn sich die Eltern fit fühlen, können sie auch mitmachen.

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So viel Konflikt, wie nötig…

Wenn es möglich ist, kann man vielleicht auch das Besprechen von Konflikten auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Das hat immer etwas mit inneren Abwägen zu tun. Hat man gerade die Energie, etwas anzusprechen oder geht es einem damit besser, etwas zu vertagen? Möglicherweise kann man auch gemeinsam einen Termin festlegen, wann man das Thema nach der Quarantäne besprechen wird. Vielleicht ist es zudem möglich Themen, die immer wieder vorkommen und sich schwer auflösen lassen, für die Zeit der Quarantäne außen vor zu lassen.

 

Löst ein Thema jedoch sehr viel Ärger aus, ist es ratsam den Konflikte eher frühzeitig und zeitnah auszutragen, damit sich die Situation wieder entspannen kann. In dem Fall ist es wichtig, nicht zu streng mit sich und der eigenen Familie zu sein, da es durch die größere Nähe auch schneller zu Konflikten kommen kann. Leider ist es während der Quarantäne nicht möglich, hinauszugehen. Versuchen Sie sich in angespannten Situationen kurz Zeit zu nehmen, wenn geht in einen anderen Raum zu gehen (auch das WC oder die Abstellkammer können im Notfall gute Dienste leisten), tief durchzuatmen, bis 10 zu zählen. Hilfreich kann in solchen Momenten auch sein, mit Freund*innen zu telefonieren oder zu schreiben, um den ersten Ärger loszuwerden und eine neue Perspektive zu erhalten.

Ich muss dir leider etwas sagen…

Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass man selbst von Corona betroffen ist. Jetzt hat man auch die schwierige Aufgabe, die Nachricht an Kontaktpersonen weiterzugeben. Wer muss informiert werden? Und wie macht man das am besten?

 

Im Normalfall werden die Kontaktpersonen von der Gesundheitsbehörde informiert. Betroffen sind Personen, die man innerhalb der letzten 48 Stunden vor dem ersten Auftreten der Symptome getroffen hat und wo naher, ungeschützter Kontakt bestand.

 

Stehen Sie den Personen nahe, möchten Sie die Weitergabe dieser Nachricht wahrscheinlich trotzdem auch selbst machen. Es ist nie leicht, eine schlechte Nachricht zu überbringen. Trotzdem ist es gerade in solchen Situationen wichtig, ehrlich und direkt zu sein. So geben Sie der anderen Person die Chance, möglichst frühzeitig darauf reagieren zu können. Bedenken Sie, dass es jedem passieren kann, sich mit Corona zu infizieren. Selbst wenn die Betroffenen im ersten Moment nicht angenehm reagieren sollten, so wissen sie doch, dass sie sich auf Sie verlassen können und Sie ehrlich mit ihnen sind.

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