Kindergarten & Schule
14. Mai 2020
·
5 Minuten Lesezeit

Wenn die Schulen nach dem Lockdown wieder aufmachen

Ein Beitrag von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Artikelinfo:

Nach vielen Wochen des Lockdowns geht die Schule wieder los. Vieles ist dabei aber ungewohnt. Wir helfen mit Tipps für die Umstellung auf den neuen Alltag.

Als Eltern können Sie es womöglich kaum erwarten, dass der Schulalltag wieder losgeht. Viele Wochen Homeschooling haben ihre Spuren hinterlassen. Auch die Kinder freuen sich auf ihre FreundInnen und ein Stück Normalität, die zurückkehrt. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass mit dem Unterrichtsbeginn vieles nicht wie gewohnt sein wird – sich darauf einzustellen, ist wichtig. Unsere Tipps sollen dabei helfen:

  • Gut vorbereiten

    Erkundigen Sie sich in der Schule, welche Vorkehrungen es gibt und besprechen Sie mit Ihren Kindern, was auf sie zukommt. Was wird anders sein als sonst? Wie wird das Klassenzimmer aussehen? Werden die Lehrerinnen und Lehrer Masken tragen? Welche Kinder sind am gleichen Tag in der Schule, welche in der anderen Gruppe? Und warum ist es wichtig, alleine an einer Schulbank zu sitzen? Vielleicht finden Sie an manchen Maßnahmen ja sogar positive Aspekte – etwa, dass man mehr Platz am Tisch hat.

     

  • Druck hinausnehmen

    Nach der langen, ungewollten Schulpause ist es wichtig, Kinder und Jugendlichen die nötige Zeit zu geben, sich wieder an die Klassenregeln und Abläufe zu gewöhnen. Es ist okay und völlig normal, dass das Lernen zuhause anders aussieht als in der Schule und nicht alle Kinder in der Klasse auf dem gleichen Stand sind. Besprechen Sie mit der Lehrerin oder dem Lehrer Ihres Kindes, was Ihr Kind gut kann und wo es noch Übung braucht. Falls die ersten Schultage viel Stoff mit sich bringen, helfen Sie Ihrem Kind bei der Einteilung, damit das Pensum schaffbar ist und die Motivation nicht leidet.

  • Rhythmus wiederfinden

    Kinder und Jugendliche brauchen eine Tagesstruktur, um sich orientieren zu können. Überlegen Sie, wie Ihr Familienalltag in den nächsten Wochen aussehen wird. Wenn der Nachwuchs nur zwei bis drei Tage pro Woche in der Schule ist, und die Eltern arbeiten – wo verbringt das Kind die schulfreie Zeit? Organisieren Sie die Abläufe einige Tage im Voraus und beziehen Sie Ihre Kinder in die Planung mit ein. Besprechen Sie zum Beispiel jeden Abend, wie der nächste Tag aussehen wird. Damit sich der Nachwuchs an den neuen Rhythmus gewöhnt, können Sie bereits einige Tage vor Schulbeginn üben, zu bestimmten Uhrzeiten aufzustehen um in der Früh genug Zeit zum Frühstücken, Zusammenpacken und Aufbrechen zu haben.

  • Miteinander reden

    Fragen Sie Ihr Kind vor dem Wiedereinstieg in die Schule, ob es noch etwas wissen möchte: Was beschäftigt Ihr Kind in Bezug auf den Schulstart? Kinder haben oft ganz andere Fragen, als man vermutet. Wenn Sie eine Frage nicht beantworten können, vergewissern Sie Ihrem Kind, dass Sie sich um eine Antwort bemühen. Vielleicht können die Lehrer*innen helfen.

  • Neue Regeln üben

    Bereiten Sie Ihr Kind auf die Regeln im Umgang mit anderen vor. Üben Sie zum Beispiel auf der Straße, genug Abstand zu anderen Menschen zu halten. So wird sich Ihr Kind auch in den Schulgängen leichter damit tun. Für kleinere Kinder kann es hilfreich sein, einen Gegenstand zu finden, der die gewünschte Distanz symbolisiert – eine Poolnudel, zwei große Kuscheltiere oder drei zusammengebundene Kochlöffel. Damit der Nachwuchs nicht vergisst, in der Schule regelmäßig Hände zu waschen, kann man kleinere Kinder spielerisch daran erinnern: In der Früh eine kleine Zeichnung auf den Handrücken des Kindes malen – zum Beispiel einen symbolischen Virus – und am Abend gemeinsam schauen, ob so oft händegewaschen wurde, dass die Zeichnung weg ist. Sie können auch mit Ihrem Kind üben, wie man trotz Masken Emotionen erkennt. Setzen Sie sich zu Hause Ihren Mund- und Nasenschutz auf und stellen Sie in einem Ratespiel abwechselnd Gefühlsausdrücke dar. Wie sieht Freude, Lachen oder Ärger in den Augenwinkeln oder der Körperhaltung aus?

  • Nicht ohne meinen besten Freund/Freundin

    Ein Teil der Vorfreude auf die Schule gilt sicher dem Wiedersehen mit den KlassenkameradInnen. Für Kinder und Jugendliche kann es sehr schwierig sein, wenn sie nicht mit der besten Freundin oder dem besten Freund in einer Gruppe sind. Nehmen Sie Ihren Nachwuchs ernst, wenn er traurig oder wütend darüber ist und überlegen Sie gemeinsam, welche Alternativen es gibt. Vielleicht sind regelmäßige Treffen im Freien möglich.

  • Positives aus der Corona-Zeit mitnehmen

    Nicht alles in den letzten Wochen war schlecht. Vielleicht hat die zusätzliche gemeinsame Zeit Ihrer Familie gut getan oder der Alltag war ohne Schul- und Terminstress entspannter. Reflektieren Sie mit Ihrem Kind, ob es Rituale gibt, die Sie auch nach der Corona-Zeit aufrechterhalten möchten.

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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit den „Familientipps“ von SOS-Kinderdorf entstanden. Weitere Artikel aus dieser Serie finden Sie hier.