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07. Mai 2021
·
4 Minuten Lesezeit

Am 9. Mai ist Muttertag - was Mütter wirklich brauchen

Ein Beitrag von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Daniela Patz
Daniela Patz
Corinna Harles
Corinna Harles
Artikelinfo:

Am 9. Mai ist Muttertag. Mütter leisten mehr Care-Arbeit und tragen den Mental Load für die Familie. Mamas bekommen oft Blumen und Pralinen, dabei wäre ein Umdenken in der Gesellschaft und eine gerechtere Verteilung der unbezahlten Arbeit viel wichtiger.  Wir haben ein paar Denkanstöße und Tipps, was man im Kleinen tun kann. Mütter genauso wie Väter.

Am 9.5. ist Muttertag. Es ist ein Muttertag inmitten der Corona-Pandemie. Die Zeiten sind für uns alle schwer, aber Frauen sind von vielen Problemen mehr betroffen. Vor allem dann, wenn sie Kinder haben und damit sogenannte „Betreuungspflichten“. Denn: Mit Corona ist das Ausmaß der unbezahlten Arbeit, die in jeder Familie zu erledigen ist, noch viel mehr geworden. Home Schooling oder Distance Learning und Kinderbetreuung zuhause, dazu ein Haushalt, der auf Hochtouren läuft, weil die ganze Familie so viel Zeit daheim verbringt.

 

Es sind nachwievor die Frauen, die für den größeren Teil der geleisteten Care-Arbeit verantwortlich sind. Die Initiative Equal Care Day gibt den Gender Care Gap in Familien mit kleinen Kindern mit über 110% oder alltäglich über zweieinhalb Stunden, die Frauen mehr Sorgearbeit leisten, an. Diese Sorgearbeit ist viel wert. Sie hat aber keine Entlohnung.

 

Aber nicht nur das: Frauen leisten nicht nur mehr Arbeitsstunden bei Kinderbetreuung und Haushalt. Sondern übernehmen auch in höheren Ausmaß die ganze Denkarbeit rundherum, die sich aus der Organisation des Familienalltags ergibt. Als Begriff hat sich dafür „Mental Load“ etabliert.

 

Hinter einem Problem, dass so viele betrifft, liegen klarerweise strukturelle Ursachen. Unsere ganze Gesellschaft muss umdenken, auch wenn der Prozess mühsam und langwierig ist.

 

Und trotzdem, wir haben ein paar Denkanstöße und Tipps, was man im Kleinen tun kann. Und zwar Mütter genauso wie Väter, Frauen genauso wie Männer.

Abgeben & loslassen

Überlegen Sie sich, was Sie schaffen und was zu viel ist. Es ist dabei durchaus nützlich, alle Aufgaben klar zu benennen und aufzulisten (ja, wenn es hilft, warum eigentlich nicht in einer Exceltabelle?). Und dann gilt: wenn notwendig, „Nein“ sagen, Grenzen setzen und zusehen, dass einen Teil der Arbeit andere übernehmen, wie z.B. der eigene Partner.

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