Krisen
16. März 2021
·
6 Minuten Lesezeit

Perspektive in der Perspektivlosigkeit

Ein Beitrag von:
Katharina Wurnig
Katharina Wurnig
Corinna Harles
Corinna Harles
Artikelinfo:

Am 16.3. 2020 wurde in Österreich der erste Lockdown ausgerufen. 1 Jahr später lässt sich trotz Impfstart  immer noch nicht sagen, wann wir die Pandemie hinter uns lassen werden. Wie kann man sich trotzdem eine Perspektive schaffen?

Am 16.3. 2020 wurde in Österreich der erste Lockdown ausgerufen. Die Nachrichten und Social Media Streams sind dieser Tage gefüllt mit Erinnerungen und Rückblicken an diese Zeit. Als der Corona-Ausnahmezustand vor einem Jahr begonnen hat, war vielen von uns überhaupt nicht bewusst, wie lange uns diese Krise begleiten wird. Und auch heute lässt sich immer noch nicht sagen, wann wir die Pandemie hinter uns lassen werden. Die Belastung hat Spuren bei den meisten von uns hinterlassen. Kinder- und Jugendliche tun sich schwer, diesen Zustand so lange auszuhalten und zeigen immer mehr Belastungsreaktionen. Viele Eltern fühlen sich alleine gelassen und sind am Ende ihrer Kräfte. Insbesondere trifft das auf Mütter zu, die immer noch die Hauptlast der Care-Arbeit übernehmen. In den letzten Monaten haben wir abwechselnd mit guten Nachrichten wie dem Start der Impfkampagne Hoffnung geschöpft und mit Hiobsbotschaften wie der Verbreitung von Virus-Mutationen wieder Enttäuschungen erlebt. Wie schafft man es nun, sich trotz der beunruhigenden Faktoren eine Perspektive zu schaffen?

 

Wir haben für Sie ein paar Anregungen zusammengestellt. Wir wollen Sie dabei unterstützen, wieder eine Perspektive für sich zu entwickeln – in einer Zeit der Perspektivlosigkeit.

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Wirrwarr ordnen

Wenn viele Dinge auf einmal in unserem Kopf sind und wir das Gefühl haben, dass wir den Überblick verlieren, ist es wichtig, die unterschiedlichen Dinge in unserem Kopf zu ordnen. Vielleicht finden wir einen ruhigen Moment und schreiben alles, was gerade los ist und uns Sorgen macht, auf ein Blatt Papier.

 

Dadurch bekommt man mehr Klarheit und kann die Dinge ordnen und überlegen, was davon tatsächlich gerade ein konkretes Problem in meinem Alltag darstellt, das ich beeinflussen kann. Und was von außen vorgegeben ist und nicht in meiner Macht steht. Oder in der Zukunft liegt und gar nicht unbedingt eintreten muss. So können wir uns dann darauf konzentrieren, was wir gerade aktuell beeinflussen können.

Gemeinsam sind wir mehr

In der momentanen Situation stehen Sie nicht alleine da. Sehr viele Eltern sind von Überlastung und Überforderung betroffen. Ist es möglich, sich auszutauschen, zusammenzuschließen und gemeinsam Auswege zu überlegen? Durch den Austausch merkt man oft erst, dass man nicht alleine ist! Möglicherweise haben wir uns auch schon so an die Isolation gewöhnt, dass es uns gar nicht mehr so bewusst ist, aber: Es tut gut, sich mit anderen zusammen zu tun. Vielleicht haben andere Eltern gute Ideen, um mit manchen Dingen umzugehen. Den Ärger und die Frustration mitzuteilen, kann vielleicht eine kleines bisschen helfen, die Situation mehr zu akzeptieren und wieder mehr Handlungsspielraum zu erlangen.

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zulassen

Es ist schwierig, Akzeptanz für die momentane Situation aufzubringen. Dabei hilft es zu wissen, dass man mehrere Phasen durchlaufen muss, um etwas schlussendlich akzeptieren zu können. Ärger ist eine davon. Es kann also durchaus produktiv sein, wenn Sie Ärger und Frust zulassen. Das sind Dinge, die helfen können: sich mit einem verständnisvollen Gegenüber austauschen, sich beschweren, Sport machen, an einem Polster die Wut abreagieren. Probieren Sie es aus!

Zwischenziele

Wenn die Perspektivenlosigkeit überhandnimmt, können wir uns selbst Fixpunkte setzen. Je nachdem, wie viel Stress wir durch die Unsicherheiten erleben, können wir die Punkte anders setzen. Beispielweise könnten wir uns daran orientieren, dass bis Ostern die Beschränkungen noch anhalten und es danach wahrscheinlich Lockerungen geben wird. Wir konzentrieren uns also vorrangig darauf, wie wir die Zeit bis dahin gut schaffen. Was wir hier brauchen und wie wir unsere Energie gut aufteilen können. Was danach passiert, können wir dann in Angriff nehmen, wenn es soweit ist. Versuchen Sie, darauf zu vertrauen, dass Sie viele schwierige Situationen schon gemeistert haben und in der Zukunft auch meistern werden. Wenn dies ein zu weit erscheinender Zeitrahmen ist, kann man versuchen, sich immer nur auf den aktuellen Tag oder auf den aktuellen Moment zu konzentrieren. Wir können sowieso nur beeinflussen, was jetzt gerade passiert. Was in der Vergangenheit liegt, ist vorbei und die Zukunft ist noch nicht da.

Im Notfall...

Überlegen Sie sich Notfallpläne, um für Entlastung zu sorgen: Was könnten Sie tun, wenn Sie sehr erschöpft sind? Wie können Sie Ihre Kinder sinnvoll eine Zeit beschäftigen und sich kleine Auszeiten schaffen?

 

Es ist normal, wenn die Situation Ihnen viel abverlangt – es ist wirklich nicht einfach! Nützen Sie die Möglichkeit für ein entlastendes Gespräch über unsere Video-Beratung online. Wir schätzen gemeinsam mit Ihnen die Situation ein und überlegen, wie es weitergehen kann. Wir können Ihnen bei Bedarf außerdem passende Unterstützungsangebote in Ihrer Nähe empfehlen.

Urlaub planen?

Die Perspektivlosigkeit wirkt sich natürlich auch auf die (Un-)Möglichkeit aus, einen erholsamen Sommerurlaub zu planen. Wenn Sie das auch beschäftigt, haben wir dazu noch einen eigenen Beitrag vorbereitet, der Wege zeigen soll, mit der Unplanbarkeit gut umzugehen. 

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Der Verein KiB unterstützt Familien mit erkrankten Kindern, ob zu Hause mit einer "Notfallmama" oder bei einem Krankenhausaufenthalt. Darüber hinaus tritt KiB als Sprachrohr für Familien in der Öffentlichkeit auf.

 

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Saferinternet.at wurde 2005 ins Leben gerufen und wird vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) koordiniert. Die Schwerpunkte von Saferinternet.at sind die Bereitstellung umfassender Informationen und Tipps für die verschiedenen Zielgruppen, die Entwicklung und Verbreitung von Offline- und Online-Materialien, die Durchführung von Workshops und Veranstaltungen, die Medienarbeit und die Abstimmung und Koordination mit allen relevanten österreichischen Projekten in diesem Bereich.

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